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Bedeutung des Mikrobioms - Mikroben ergänzen den Menschen • mikrooek.de

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Bedeutung des Mikrobioms

Der Mensch ist dicht mit Bakterien besiedelt: Auf der Haut, im gesamten Verdauungstrakt und in den Atemwegen – inklusive der Lunge – lebt eine komplexe mikrobielle Gemeinschaft. Auch im Vaginalbereich und in den Milchdrüsen stillender Mütter befinden sich schützende Bakterien. Verändert sich die Besiedlung, kann das chronische Erkrankungen begünstigen oder sie direkt auslösen. Auf der anderen Seite kann eine veränderte Besiedlung ein Indikator für Erkrankungen sein.

Dem Darm kommt dabei eine Sonderrolle zu: Eine hohe Mikrobendichte trifft dort auf das Darm-assoziierte lymphatische Gewebe, das die Immunantwort des gesamten Körpers steuert. Für Erreger, Antigene und Schadstoffe bietet die Darmschleimhaut gleichzeitig eine riesige Angriffsfläche, für deren Schutz und Ernährung die intestinale Mikrobiota mitverantwortlich ist.

Die Forschung der letzten Jahre hat das Verständnis des Zusammenhangs zwischen veränderter Mikrobiota und chronischen Erkrankungen deutlich vorangetrieben. Das seit 2008 laufende, amerikanische Human Microbiome Project analysiert das gesamte Mikrobiom des Menschen und stellt Veränderungen in Bezug zu unterschiedlichen Erkrankungen. Der Begriff Mikrobiom bezeichnet dabei die Gesamtheit der Mikroben, die den Menschen besiedeln, ihre Gene und ihre Stoffwechselprodukte. Zusätzlich erforscht das europäische MetaHIT-Projekt speziell die Zusammenhänge zwischen dem Darm-Mikrobiom und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Die MVZ Institut für Mikroökologie GmbH beschäftigt sich bereits seit 1954 mit der natürlichen mikrobiellen Besiedlung des Menschen und bietet seitdem eine gezielte Diagnostik der intestinalen Mikrobiota an. Damit hat das Institut für Mikroökologie jahrzehntelange Erfahrung, welche mikrobiellen Dysbiosen mit welchen Erkrankungen in Zusammenhang stehen. 

Mikroben ergänzen den Menschen

Allein im Darm leben 10 bis 100 Billionen Bakterien, Pilze und Viren. Das gesamte Genom der Darm-Mikrobiota umfasst etwa 10- bis 100-mal so viele Gene wie das menschliche Genom. Mit ihrer enormen Zellzahl und den vielfältigen Stoffwechselaktivitäten übernimmt die Darm-Mikrobiota Aufgaben, zu denen der menschliche Stoffwechsel nicht fähig ist. Ein Beispiel: Für den Abbau von Kohlenhydraten stehen dem Menschen nur 17 Enzyme zur Verfügung, manche Darmbakterien produzieren dagegen mehr als 200 Enzyme für den Kohlenhydratabbau [1].

Zu den Aufgaben der Darm-Mikrobiota zählen die:

  • Immunmodulation
  • Kolonisationsresistenz
  • Versorgung mit Vitaminen (Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, B12, K)
  • Synthese essentieller Aminosäuren
  • Unterstützung der Verdauung
  • Fermentation von Ballaststoffen
  • Versorgung der Darmepithelschicht mit Energie
  • Anregung der Darmmotilität
  • Detoxifizierung von Umweltchemikalien und Pharmaka
  • Transformation von Steroiden und Gallensäuren

Lange haben Ärzte und Wissenschaftler unterschätzt, wie stark die Mikrobiota in den Stoffwechsel, die Reifung des Immunsystems und die Funktion des zentralen Nervensystems eingreift. Heute hat die Darm-Mikrobiota den Status eines Schlüsselorgans, das den ganzen Körper beeinflusst [2]. Entsprechend ist eine Dysbiose mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert.

Mit dem Wissen um die Bedeutung der Mikrobiota wächst auch die Erkenntnis, wie sehr die Mikrobengemeinschaft in den Industrieländern bedroht ist. Schutzfaktoren wie die natürliche Geburt, das Aufwachsen auf dem Bauernhof, der Kontakt zu vielen Kindern und die Auseinandersetzung mit Bakterien der Umwelt gehen zurück oder ganz verloren. Gleichzeitig ist die Mikrobiota vermehrt schädigenden Einflüssen wie Antibiotikatherapien, Stress und einseitiger Ernährung ausgesetzt. Im Ergebnis verarmt die Artenvielfalt und das mikrobielle Ökosystem im Darm wird destabilisiert.


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