FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Yersinia enterocolitica

Nach Campylobacter und Salmonellen gilt Yersinia enterocolitica als dritthäufigster Auslöser von Gastroenteritiden in Deutschland.
Die meisten Fälle treten bei Kindern unter fünf Jahren auf und sind heimisch erworben1.


Symptomatik

Im akuten Krankheitsstadium löst Yersinia enterocolitica Durchfälle als dominierendes Symptom aus. Auch Fieber und abdominale Schmerzen treten auf. 
Auslöser für die Symptome ist eine mesenteriale Lymphadenitis, die klinisch oft nicht von einer Appendizitis zu unterscheiden ist. Besonders bei Kleinkindern können der Durchfall blutig und das Fieber hoch sein1.

Die Erkrankung ist meist selbstlimitierend und heilt von selbst aus.
Bei schweren Krankheitsverläufen können andere Organe wie die Leber betroffen sein und sich Abszesse ausbilden2. Postinfektiöse Komplikationen wie Gelenkschmerzen (reaktive Arthritis) oder Hautausschlag (Erythema nodosum) sind häufig1.

Wissenschaftler gehen von einer hohen Dunkelziffer der Yersiniose aus. Routineuntersuchungen auf enterale Pathogene erfassen den Erreger nicht, deshalb bleiben etwa 99 Prozent der Infektionen unerkannt3.
Das Enteropathogene-Erreger-Panel weist das Bakterium schnell und zuverlässig nach.


Übertragung

Die Rachenmandeln des Schweins sind die Hauptinfektionsquelle für Yersinia enterocolitica. Beim Schlachten können die Bakterien in Lebensmittel gelangen. Entsprechend kann rohes Schweinefleisch wie Mett oder Hackfleisch den Erreger übertragen2. Doch auch andere Lebensmittel wie grüner Salat können Yersinia enterocolitica enthalten.

Der Erreger ist fäkal-oral von Mensch zu Mensch und von Tier zu Mensch übertragbar1.


Mikrobiologie

Yersinia enterocolitica ist Gram-negativ und fakultativ anaerob. Die Art gehört zur Familie der Enterobacteriaceae und bildet keine Sporen4.

Zuständige Stellen wie der behandelnde Arzt müssen dem Gesundheitsamt Yersinien-Infektionen melden5.


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