Pärchen unter der Decke, Sexuell übertragbare Krankheiten

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Diagnostik sexuell übertragbare Krankheiten: Trichomonaden, Chlamydien und Gonokokken nachweisen

Die Trichomoniasis gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten in Deutschland. Etwa acht Prozent der Frauen und ein Prozent der Männer sind davon betroffen. Ursache ist die Infektion mit dem parasitischen Einzeller Trichomonas vaginalis, der im Rahmen des VaginalStatus nachgewiesen wird.

Aber auch Infektionen mit Chlamydien und die Gonorrhoe sind in Europa auf dem Vormarsch. Besonders Großstädte sind von der Entwicklung betroffen. Sexuell übertragbare Krankheiten können zu chronischen Gesundheitsschäden bei den Betroffenen führen und hohe Folgekosten für die Gesellschaft verursachen.


Chlamydieninfektionen

Wegen ihrer Häufigkeit und den möglichen Folgeschäden zählen Infektionen mit Chlamydia trachomatis zu den wichtigsten Entzündungsursachen im Genitalbereich. Akute Chlamydien-Infektionen können sich äußern als:

  • genitale Erkrankungen (Urethritis, Cervicitis)
  • Konjuktivitis
  • Pneumonie (bei Neugeborenen).

Chronische Infektionen mit Chlamydia trachomatis können verantwortlich sein für:

  • Entzündungen des Beckens
  • Infertilität
  • ektopische Schwangerschaft
  • Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens)
  • reaktive Arthritis.

Etwa 75 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer bemerken die Infektion jedoch nicht. Dabei können die Folgeschäden gravierend sein: eine Infektion mit Chlamydia trachomatis gilt bei Frauen als Ursache Nummer eins für Sterilität.

Chlamydia trachomatis ist ein unbewegliches, GRAM-negatives Bakterium, das obligat intrazellulär lebt. Seine Zellwand enthält kein Peptidoglykan. Chlamydien können kein ATP synthetisieren und sind deshalb auf die intrazelluläre Vermehrung in Wirtszellen und deren ATP-Synthese angewiesen. So entgehen die Chlamydien den menschlichen Abwehrmechanismen wie Phagozytose oder humorale Abwehr.


Gonorrhoe

Gonokokken lösen die auch als Tripper bekannte Gonorrhoe aus. Die taxonomisch korrekte Bezeichnung für die kokkenförmigen Bakterien ist Neisseria gonorrhoeae. Die Krankheit kann sich sehr schnell ausbreiten: die Inkubationszeit ist kurz und einige Krankheitsträger zeigen keine Symptome. Die Gonokokken können auch durch Oral- oder Analverkehr übertragen werden.
Viele Gonokkoken-Stämme tragen bereits Resistenzen gegen Penicillin. Daher muss heute auf andere Antibiotika zurückgegriffen werden. Die Gonorrhoe wird häufig von einer allgemeinen Chlamydieninfektion begleitet.

Folgende Symptome können ein Hinweis auf eine Gonokokken-Infektion sein:

Beim Mann:

  • Urethritis mit Juckreiz und eitrigem Ausfluss ("Bonjourtropfen")
  • Dysurie
  • Prostatitis
  • Epidydimitis

Unfruchtbarkeit kann die Folge sein.

Bei der Frau:

  • Adnexitis
  • Salpingitis
  • Cervicitis mit eitrigem Ausfluss

Bei der Frau ist eine Sterilität durch Verkleben der Eileiter möglich. Die Gonokokken-Infektion kann sich im schlimmsten Fall auf das Bauchfell ausbreiten. Bei einer Chlamydien- oder Gonokokken-Infektion ist auch der diagnostische Nachweis beim Partner sinnvoll.


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