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Schleimhauternährende Bakterien bei Morbus Crohn vermindert

Eine aktuelle polnische Studie hat den Zusammenhang zwischen Morbus Crohn, Faecalibacterium prausnitzii und der Menge an Buttersäure im Stuhl untersucht (1). Faecalibacterium prausnitzii ist einer der wichtigsten Buttersäureproduzenten im menschlichen Darm und macht bei Gesunden mindestens 109 Zellen pro Gramm Stuhl und über 5 Prozent der bakteriellen Gesamtzellzahl aus (2). Die von der Darmflora gebildete Buttersäure und ihre Derivate stellen die Hauptenergiequelle des Darmepithels dar.

An der Studie nahmen 34 Patienten mit der Diagnose Morbus Crohn teil. Die Aktivität der Erkrankung wurde mit Hilfe des Crohn Disease Activity Index (CDAI) ermittelt. Die Teilnehmer wurden entsprechend in vier Gruppen aufgeteilt: Remission, schwache Aktivität, mittlere Aktivität und schwere Aktivität.

Das Ergebnis der Studie: Bei Crohn-Patienten waren die absoluten Zellzahlen von F. prausnitzii und der prozentuale Anteil an der bakteriellen Gesamtzellzahl stark vermindert. Selbst bei Crohn-Patienten in der Remission erreichten die Zellzahlen von F. prausnitzii maximal 108 Zellen/g Stuhl. Je stärker die Krankheitsaktivität, desto geringer waren die Zellzahlen von F. prausnitzii.

Auch die Anteile der kurzkettigen Fettsäuren im Stuhl hatten sich stark verändert. Die Konzentration der Essigsäure war auf 70 Prozent der Gesamtmenge kurzkettiger Fettsäuren angestiegen, während die Anteile an Propionsäure und Buttersäure auf etwa 15 und 8 Prozent absanken. Bei Gesunden liegt die Konzentration der Essigsäure relativ konstant bei etwa 60 Prozent, die der Propionsäure bei 20 bis 25 Prozent und die der Buttersäure bei 15 bis 20 Prozent.

Von allen kurzkettigen Fettsäuren hat die Buttersäure die größte Bedeutung für die Darmgesundheit. Sie wird vor allem von den Bakterien im Darm gebildet und macht die Hauptenergiequelle der Epithelzellen aus. Darüber hinaus regulieren die Buttersäure und ihre Derivate die Proliferation und Differenzierung der Zellen und die Apoptose. Die Buttersäure wirkt anti-inflammatorisch und spielt eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Integrität der Darmbarriere, indem sie die Verbindungen zwischen den Zellen – die Tight junctions – stärkt. Damit unterbindet die Buttersäure das Eindringen der Darmflora in das Epithel, eine der Schlüsselursachen der anhaltenden Entzündung bei Morbus Crohn.

Das Institut für Mikroökologie in Herborn bietet als erstes Labor in Deutschland den Nachweis von F. prausnitzii und Buttersäure im Stuhl an. Sinken Zellzahlen und Konzentration ab, können die Betroffenen mit einer entsprechenden Diät entgegenwirken. Denn die Ernährung beeinflusst stark, wie viel Buttersäure die Darmflora produziert. Nahrungsmittel, die reich an Stärke und Ballaststoffen sind, vermehren die Zellzahlen von F. prausnitzii und die Konzentration an produzierter Buttersäure.

Mehr Informationen unter www.mikrooek.de

Literatur:

1)      Gałecka M et al., 2013: Faecalibacterium prausnitzii and Crohn's disease - is there any connection? Pol J Microbiol. 62(1):91-95.

2)      Schwiertz A et al., 2010: Microbiota in pediatric inflammatory bowel disease. J Pediatr. 157(2):240-244.e1. doi: 10.1016/j.jpeds.2010.02.046.

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