Für Patienten

Volkskrankheit Adipositas

Warum Übergewicht krankmacht

Ein paar ungeliebte Kilos zu viel – die haben sicherlich die meisten von uns. Doch wann handelt es sich um eine Adipositas? Und was kannst du tun, bevor aus dem Übergewicht ernsthafte gesundheitliche Risiken entstehen?

Fakt ist: Eine Gewichtszunahme ist ein erstes Anzeichen dafür, dass der Körper aus seinem bisherigen Gleichgewicht geraten ist. Ist dieser Prozess einmal angestoßen, kann sich das Übergewicht schnell anhäufen und du wirst adipös. Adipositas ist eine übermäßige Vermehrung des Körperfetts. Was den wenigsten bewusst ist: Übergewicht wirkt sich negativ auf unseren Stoffwechsel und unsere Herz- und Lebergesundheit aus. Starkes Übergewicht legt den Grundstein für eine ganze Reihe an Erkrankungen wie Diabetes, Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und einer nicht-alkoholischen Fettleber. Damit einher geht ein zum Teil deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Krebserkrankungen des Darms oder der Leber.


Symptome: Wie äußert sich eine Adipositas?

Natürlich macht sich eine Adipositas zunächst optisch bemerkbar, denn du nimmst zu. Doch eine Gewichtszunahme bedeutet nicht immer, dass man auch adipös ist. Das Verhältnis von Größe und Gewicht zueinander gibt Aufschluss darüber, ob du unter-, normal-, übergewichtig oder adipös bist. Der Body Mass Index (BMI) ist eine Formel, mit der man das schnell berechnen kann. Dazu wird das Körpergewicht durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt.

Ein Beispiel:

Eine Frau wiegt 68 kg und ist 1,70 m groß.

  • 1. Schritt: 1,70 m x 1,70 m = 2,89
  • 2. Schritt: 68 kg : 2,89 = 23,5
  • Der BMI der Frau beträgt 23,5

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO lässt sich das Ergebnis folgendermaßen einordnen:

  • Untergewicht: BMI < 18,5
  • Normalgewicht: BMI 18,5-24,9
  • Übergewicht: BMI 25-29,9
  • Adipositas Grad I (starkes Übergewicht): BMI 30-34,9
  • Adipositas Grad II: BMI 35-39,9
  • Adipositas Grad III (extremes Übergewicht): BMI > 40

Warum werden wir immer dicker?

Adipositas entwickelt sich immer mehr zu einer Volkskrankheit: In den meisten Wohlstandsgesellschaften ist mittlerweile fast jeder Fünfte betroffen. Die Ursache für die Adipositas-Epidemie ist unser Lebensstil: In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Ernährungsgewohnheiten grundlegend verändert. Wir konsumieren deutlich mehr gesättigte Fettsäuren, einfache Kohlenhydrate und Salz. Gleichzeitig bewegen wir uns immer weniger. Die Kombination aus der veränderten Ernährung und der fehlenden Bewegung stört unseren Energiehaushalt nachhaltig. Die zu viel aufgenommenen und nicht wieder verbrauchten Kalorien werden in den Fettdepots gespeichert. Die einseitige und schlechte Ernährung verhindert darüber hinaus die Zusammensetzung der Darmflora. Sie stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen unserem Lebensstil, Körpergewicht und chronischen Stoffwechselerkrankungen dar.

 


Das leistet unsere Darmflora

Die Darmflora ist eine vielfältige Mikrobengemeinschaft, die sich vor allem aus Bakterien und Pilzen zusammensetzt. Sie hat sich in Symbiose mit unserem Körper entwickelt: Wir bieten den Mikroben Nährstoffe, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, und sie unterstützen unser Immunsystem und steuern wichtige Körperfunktionen wie Hunger und Sättigung. Sogar auf die Aktivität des Gehirns wirkt sich die Darmflora aus. Das geschieht, indem die Mikroben in unserem Darm Stoffwechselprodukte bilden, die lokal im Darm wirken oder Signale an andere Organe übermitteln können. Verschiebt sich die Zusammensetzung der Darmflora, verändern sich nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität und damit die Wirkung der von den Mikroben gebildeten Stoffwechselprodukte. Die Stoffwechselprodukte können nun zum Beispiel ein Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose, nicht-alkoholischer Fettleber und Diabetes Typ 2 darstellen.

In unserem Blogbeitrag "Bedrohte Schutz- und Immunflora" erfahren Sie mehr über die Funktionen der Darmflora.

Was bringt die Darmflora aus dem Gleichgewicht?

In erster Linie bestimmt unsere Ernährung, ob unsere Darmflora gesundheitsfördernd wirkt oder der Auslöser von Erkrankungen ist. Essen liefert den Darmbakterien Nährstoffe, aus denen sie wiederum Stoffwechselprodukte herstellen, die sich positiv oder negativ auf unsere Gesundheit auswirken können. So fördert schlechte Ernährung die Mikroorganismen, deren Stoffwechselprodukte ungünstig für uns sind. Ernähren wir uns dauerhaft ungesund und unausgewogen, verschieben sich auch die Mengenverhältnisse der Mikroben: Nehmen gewisse Bakterien überhand, werden andere verdrängt. Ist das Gleichgewicht erst einmal gestört, hat das Folgen für unsere Gesundheit.


Folgeerkrankungen von Adipositas gezielt verhindern

Umso stärker das Übergewicht, umso mehr sind die Betroffenen auch in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Bereits geringste Anstrengungen überfordern das Herz-Kreislauf-System. Folgen sind Atemnot, ein beschleunigter Puls, Schwitzen und schnelle Erschöpfung. Weitere Erkrankung als Folge einer Adipositas sind meist nur eine Frage der Zeit. So fördert Adipositas die Verkalkung der Arterien, die Verfettung der Leber und die Entstehung von Diabetes Typ 2. Auch wenn sich diese Erkrankungen noch nicht manifestiert haben, sprich sichtbare Symptome zeigen, können in unserem Körper erste Anzeichen dafür gefunden werden.

Die neue Diagnostik vom Institut für Mikroökologie setzt genau hier an. Der CardioHeparMetabolic baut auf unserer bewährten KyberBiom-Diagnostik auf und erweitert den Test um spezifische Parameter, die die Risiken für Herz-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen separat aufzeigen. So weist der CardioHeparMetabolic gezielt Bakterien und Stoffwechselprodukte im Stuhl nach, die das Risiko für Arteriosklerose, nicht-alkoholische Fettleber und Diabetes erhöhen.

Der Befund ermöglicht es, bakteriell verursachte Belastungen der Leber und der Blutgefäße gemeinsam mit dem Arzt oder der Therapeutin gezielt zu minimieren. Aber auch wenn bereits eine Erkrankung wie Diabetes Typ 2 vorliegt, kann sich die Ärztin oder der Therapeut mit dem CardioHeparMetabolic ein genaues Bild von der Zusammensetzung deiner Darmflora machen und die Therapie des Typ-2-Diabetes gezielt unterstützen, indem die Darmflora wieder ins Gleichgewicht gebracht wird.


Übergewicht wirkt sich auf unsere Herzgesundheit aus

Um das mit dem Darm in Zusammenhang stehende Risiko für eine Erkrankung der Herzgefäße zu bestimmen, weist der CardioHeparMetabolic die TMA-bildenden Bakterien im Stuhl nach. Diese Darmbakterien setzen die Substanzen Cholin, Carnitin und Lecithin zu Trimethylamin (TMA) um. Cholin, Carnitin und Lecithin sind zum Beispiel in Fleisch und Eiern, aber auch in Nahrungsergänzungsmitteln für den Muskelaufbau enthalten. Das gebildete TMA ist ein Gas, das von Leberenzymen zu Trimethylamin-N-oxid (TMAO) umgewandelt wird. TMAO fördert die Verkalkung der Arterien. Das wiederum führt früher oder später zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Nachweis TMA-bildender Bakterien im Stuhl deutet daher auf eine erhöhte TMA-Konzentration und ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und damit auf das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen hin.


Adipositas fördert die Entstehung einer Fettleber

Zur Bestimmung von darmassoziierten Risiken für die Lebergesundheit zieht der CardioHeparMetabolic unter anderem die Menge des Darmbakteriums Bilophila wadsworthia und der iso-Fettsäuren im Stuhl heran. Bilophila wadsworthia produziert das Gas Schwefelwasserstoff. In geringen Mengen wirkt das Gas entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut. Durch eine fettreiche Ernährung nimmt die Konzentration an Bilophila wadsworthia und dem gebildeten Schwefelwasserstoff allerdings zu. Nun wirkt es nicht mehr entzündungshemmend, sondern genau das Gegenteil ist der Fall: Es zerstört die schützende Darmschleimhaut, fördert chronisch-entzündliche Erkrankungen und die nicht-alkoholische Fettleber.

Auch andere Darmbakterien können mit ihren Stoffwechselprodukten die Leber belasten. Wenn Proteine aus der Nahrung abgebaut werden, entstehen leberschädigende Stoffe und iso-Fettsäuren. Die iso-Fettsäuren werden über den Stuhl ausgeschieden. Sind sie erhöht, deutet das auch auf eine erhöhte Konzentration an leberschädigenden Stoffen hin.


Auswirkungen der Darmflora auf den Stoffwechsel

Um das aus dem Darm kommende Risiko für den Stoffwechsel und die Entstehung von Diabetes Typ 2 zu bestimmen, ermittelt der CardioHeparMetabolic die Menge des Bakteriums Prevotella copri und der Stoffwechselprodukte Propionsäure und Essigsäure. Das Bakterium Prevotella copri bildet verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA), die in erhöhter Menge zu einer Insulinresistenz – einer verminderten Wirkung des Insulins in den Körperzellen – führen können. Ein geringer Anstieg der BCAA ist mit einem fünffach erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 verbunden. Bereits 12 Jahre im Voraus lässt sich über erhöhte Mengen der verzweigtkettigen Aminosäuren auf die mögliche Entstehung einer Diabeteserkrankung schließen.

Auch die von Bakterien gebildeten Essigsäure und Propionsäure sind Indikatoren für das eigene Risiko, an einer Stoffwechselstörung wie Diabetes zu erkranken. Während Essigsäure das Hungergefühl sowie den Blutzucker und die Fetteinlagerungen verstärkt, bewirkt Propionsäure genau das Gegenteil. Eine fett- und zuckerreiche Ernährung fördert die Produktion von Essigsäure und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen. Das Verhältnis der beiden Säuren zueinander gibt Aufschluss darüber, ob ein Risiko für Adipositas und Diabetes vorliegt.


Wenn Bakterien und Stoffwechselprodukte in den Körper gelangen

Doch wie kommen die Bakterien und Stoffwechselprodukte überhaupt aus dem Darm in den Körper? Und werden sie nicht einfach mit dem Stuhl ausgeschieden? Normalerweise regelt die Darmschleimhaut, in welchen Mengen die Stoffe aus dem Darm in den Körper gelangen. Der Großteil der Giftstoffe kann die Darmschleimhaut nicht passieren und wird über den Stuhl entsorgt. Doch ist die Darmschleimhaut zu durchlässig, gelangen Abfallprodukte aus dem Darm vermehrt in den Blutkreislauf, wo sie Entzündungen auslösen und eine Adipositas und eine Insulinresistenz begünstigen können.

Wie wird die Darmschleimhaut durchlässig

Ist die Ernährung überwiegend reich an gesättigten Fettsäuren und einfachem Zucker und gleichzeitig arm an Ballaststoffen, verändert sich die Zusammensetzung der Darmflora und die Schleimhaut wird insgesamt durchlässiger. Die Bakterien produzieren weniger Buttersäure, die 80 Prozent des Nährstoffbedarfs der Darmschleimhaut deckt. Nur wenn die Darmschleimhaut gut versorgt ist, kann sie ihren Funktionen nachkommen und die Schutzbarriere aufrechterhalten. Durch eine zu durchlässige Darmschleimhaut, auch Leaky Gut genannt, gelangen stetig Bakterien, ihre Stoffwechselprodukte und Bestandteile wie Lipopolysaccharide (LPS) in den Blutkreislauf. Der Körper reagiert auf diese bakteriellen Stoffe mit einer Entzündung. Geschieht das über einen längeren Zeitraum, wird eine Silent Inflammation ausgelöst – eine unterschwellige Entzündung, die Betroffene lange Zeit nicht bemerken. Die stille Entzündung kann eine Insulinresistenz begünstigen und zur Entstehung von Arteriosklerose und Bluthochdruck beitragen. Auch kann sie die Leberfunktion nachhaltig beeinträchtigen und zu einer nicht-alkoholischen Fettleber führen. Eine Fettleber kann wiederum direkt in Leberkrebs übergehen. Daher sind Buttersäure und LPS Basisparameter unserer Diagnostik und fließen zusammen mit Parametern des KyberBiom in alle drei Risiken des CardioHeparMetabolic ein.

Wo kannst du den CardioHeparMetabolic durchführen lassen?

Der CardioHeparMetabolic kann als Ad-On zum KyberBiom durchgeführt werden. Deine Ärztin oder Dein Arzt kann die Diagnostik bei uns anfordern. Den Stuhltest nimmst du zur Durchführung mit nach Hause und sendest die Probe in dem Versandset an das IfM. Nach wenigen Tagen erhält dein Arzt oder deine Therapeutin das Ergebnis mit auf deinen Befund abgestimmten Therapieempfehlung. Sprich deine Ärztin oder deinen Therapeuten auf die neue Diagnostik an.

Du bist noch auf der Suche nach einem passenden Arzt oder einer geeigneten Therapeutin? In unserer Therapeutensuche wirst du fündig.


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