Bauch einer jungen Frau wird untersucht

Für Patienten

Ist ein Reizdarm immer ein Reizdarm?


Viele kennen das nur zu gut: immer wieder Bauchschmerzen, Krämpfe, einen aufgeblähten Bauch, dazu Durchfall oder Verstopfung nicht selten sogar beides im Wechsel. Viele Betroffene durchlaufen über Jahre eine Odyssee von Arzt zu Arzt – immer in der Hoffnung auf Hilfe - in der Hoffnung auf die zündende Idee, die Linderung verschafft. Und leider endet diese Odyssee allzu oft in Hilflosigkeit und Verzweiflung, weil keine wirkliche Ursache gefunden wird. Ein Ende des Leidenswegs scheint nicht in Sicht.

Denn schwere Erkrankungen hat der behandelnde Arzt durch gezielte Untersuchungen wie Spiegelungen, Ultraschall und Blutuntersuchungen bereits ausgeschlossen. Am Ende werden die Betroffenen dann mit dem Begriff „funktionelle Darmbeschwerden“ konfrontiert. Die viel bekanntere Bezeichnung ist jedoch das „Reizdarmsyndrom“.

Und dann? Keine Ursache gefunden – heißt das froh sein zu dürfen, dass nicht Ernstes dahintersteckt, aber dennoch irgendwie damit leben zu müssen? Viele fügen sich dann in ihr Schicksal aus chronischen Bauchbeschwerden.

Oft zu Unrecht!

Wenn wir aber über den üblichen diagnostischen Tellerrand hinausschauen, werden wir feststellen, dass noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Denn hinter den funktionellen Beschwerden kann sich viel mehr verbergen: Was wir zum Beispiel sehr oft sehen sind Störungen der Darmflora oder so genannte Typ-III-Allergien. Außerdem spielen auch Kohlenhydratintoleranzen oder eine Histaminintoleranz eine Rolle. Das Bemerkenswerte daran ist: All diese Erkrankungen oder Störungen lassen sich nicht nur gut nachweisen, sondern auch gut behandeln.

Häufigkeit des Reizdarmsyndroms

In Deutschland leiden ca. 13 Prozent der Bevölkerung am Reizdarmsyndrom, Frauen häufiger als Männer. Vermutlich gibt es mehr Betroffene, da die Krankheit häufig unentdeckt bleibt. Die Symptome eines Reizdarms treten individuell auf. Die Beschwerden können stärker oder schwächer sein.

Welche Symptome deuten auf einen Reizdarm hin?

Die Symptome treten bei jedem Menschen individuell auf. Einige leiden an sehr starken Beschwerden und Einige haben nur leichte Symptome. Typisch für einen Reizdarm sind die folgenden Beschwerden:

  • Abdominale Schmerzen
  • Krämpfe
  • Blähungen
  • Übelkeit und Völlegefühl
  • Durchfall oder Verstopfung

 

 

Die Ursachen eines Reizdarms

  • Infektionen
  • Nach einer Therapie mit Antibiotika
  • Typ-I-Allergien/Typ-III-Allergien
  • Laktose-Intoleranz
  • Fructose-Intoleranz
  • Histamin-Intoleranz
  • Stress

Diagnose eines Reizdarms

Bevor das Reizdarmsyndrom diagnostiziert werden kann, müssen andere schwere organische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Dazu gehören:

  • Akute Magen-Darm-Erkrankungen
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse oder Leber
  • Krebserkrankungen
  • Bei Frauen: Gynäkologische Erkrankungen

Welche Bahndlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Mikrobiologische Therapie, bei der Arzneimittel verwendet werden, die lebende Bakterien enthalten. Im Darm leben unzählige Bakterien, die uns mit Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgen und uns vor Krankheitserregern schützen. Durch äußere Umstände wie die Ernährungsweise, Stress oder Medikamente kann die natürliche Besiedlung des Darms geschädigt werden. Bei der Mikrobiologischen Therapie wird der Einfluss der positiven Darmbakterien genutzt um Krankheiten vorzubeugen.

Die Mikrobiologische Therapie ist ein wichtiger Behandlungsschwerpunkt unserer hausärztlichen Versorgung. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Infusionstherapie (Medikamente werden genau dosiert)
  • Akupunktur
  • Naturheilverfahren
  • Pflanzenheilkunde

Kann ein Reizdarm eigentlich geheilt werden?

Bei den oben genannten Beschwerden, kann schon eine Anpassung der Ernährung und eine naturheilkundliche Therapie eine deutliche Linderung oder sogar ein Verschwinden der Beschwerden mit sich bringen. Ein Reizdarm ist also nicht immer gleich ein Reizdarm. Der Spezialist Dr. Thomas Ellwanger erklärt alles nochmal verständlich im Video.

Wir würden Ihnen hier gerne das Video "Habe ich ein Reizdarmsyndrom?" zeigen. Da es sich um ein eingebundenes YouTube-Video handelt, müssten Sie dafür Marketing-Cookies erlauben.


Kommentare

24.11.2021 | MVZ Institut für Mikroökologie

Liebe Frau Pothmann, wir bedauern sehr, dass die Beschwerden Ihr Leben dermaßen einschränken. Dennoch dürfen und können wir hier an dieser Stelle keine Therapieempfehlungen geben. Zudem fehlen die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen, um sich einen Überblick zu verschaffen. In unserer Therapeutensuche finden Sie zahlreiche Experten, die sich auf die Diagnostik und die Behandlung eines Reizdarmsyndroms spezialisiert haben: https://www.mikrooek.de/patienten/therapeutensuche/Auf unserer Facebook-Seite finden Sie zudem die Gruppe "Die Darm-Kümmerer". Hier tauschen sich Betroffene mit Therapeuten aus. Sicherlich ist der Kontakt auch für Sie hilfreich.Wir wünschen Ihnen nur das Beste und vor allem Gesundheit, Ihr MVZ Institut für Mikroökologie

25.10.2021 | Mara Pothmann

Hallo,Ich brauche Hilfe! Ich leide so sehr unter den Beschwerden, dass ich keine sozialen Kontakte mehr habe oder überhaupt das Haus verlasse. Ich wurde auf Laktose und Fruktose getestet, Blut- und Stuhluntersuchungen sind gelaufen und ein Ultraschall ebenfalls. Nichts wurde gefunden. Ich habe jegliche Diäten und Mexikaner ausprobiert, jedoch keine Linderung. Was kann ich noch machen? Was kann es sein?

27.08.2021 | MVZ Institut für Mikroökologie

Liebe Frau Lauterbach,leider können wir an dieser Stelle keine individuellen Therapieempfelungen geben, da wir auch die genaue Diagnose und bisherige Behandlung nicht kennen. Haben Sie bereits Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt gehalten? Ansonsten können wir Ihnen noch unsere Facebook-Gruppe "Die Darmkümmerer" empfehlen. Dort tauschen sich Betroffene und Ärzte untereinander aus: https://www.facebook.com/groups/DieDarmkuemmererAlles Gute für Sie und gute Besserung,Ihr MVZ Institut für Mikroökologie

28.07.2021 | Anke Lauterbach

Hallo Meine Frage: ich habe leider irgendwie die gesamte Palette der Intoleranzen bestätigt bekommen, wieLactose, Fruktose, Fehlbesiedlung und Histamin.Was kann ich tun, da ich selbst während einer Diät den Blähbauch nicht wegbekomme der mittlerweile sehr schmerzhaft ist außer beim Fasten. Ich habe das Gefühl, dass es egal ist was ich esse.Kann es eine andere Ursache geben und die Intoleranzen sind die Wirkung darauf?

21.10.2020 | MVZ Institut für Mikroökologie

Liebe Frau Hefczyc, haben Sie sich auf Helicobacter pylori testen oder mal eine Analyse Ihrer Darmflora durchführen lassen?

08.09.2020 | silvia hefczyc

Ich habe alles versucht was eine Linderung bringen soll, nichts hat geholfen. Schlafe mit Bauchschmerzen ein , wache in der Nacht deswegen auf und morgens gleich das Erste, bauchweh. Kein Leben mehr......

23.05.2019 | Andreas Furer

Hallo zusammenIch erinnere mich an meine eigene Diagnose, als mein damaliger Arzt meinte, ich habe Reizdarmsyndrom. Erst einige Monate später, bei einem anderen Arzt, wurde festgestellt und mir erklärt, ich habe Morbus Crohn. Scheinbar ist die korrekte Diagnose nicht immer ganz so einfach herauszufinden. Das war eine schwierige Zeit damals für mich, zig unterschiedliche Medikamente, unterschiedliche Diagnose usw. Doch wenigstens habe ich heute meinen Weg gefunden (10 Jahre mit MC), kann gut damit leben.Beste Grüsse

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