Frau im blauen Kleid mit Händen vorm Schoß

Für Patienten

Chronische Blasenentzündung: Wenn's immer wieder brennt und schmerzt

Hilfe bei wiederkehrenden Blasenentzündungen

Wenn der Harndrang ständig zur Toilette treibt und das Wasserlassen zur Qual wird, ist die Diagnose Blasenentzündung schnell gestellt. Viele Frauen sind betroffen und kennen vor allem eines: Nach einer Antibiotikatherapie kommt die Blasenentzündung immer wieder. Fachkreise sprechen dann von einer rezidivierenden Zystitis oder auch einer chronischen Blasenentzündung. Schuld an den Beschwerden ist eine ungünstige Mischung der Bakterien in der Blase und der Vagina. Im natürlichen Gleichgewicht helfen uns die Bakterien in und auf unserem Körper, gesund zu bleiben. Egal ob im Darm, auf der Haut, im Vaginalbereich oder aber auch in der Blase: Die natürliche Flora wehrt Krankheitserreger ab, indem sie die Oberflächen dicht besetzt und den Krankheitserregern nicht den Platz lässt, um sich anzusiedeln und zu vermehren. Manche Bakterien der natürlichen Flora bilden zusätzlich Stoffe, die die Krankheitserreger direkt am Wachstum hindern oder sogar abtöten.


Blase in Balance: Schutzflora sei Dank

Was wir über den Vaginalbereich schon länger wissen, ist für die Blase noch neu und in Fachkreisen beinahe revolutionär: Auch in der Blase gibt es eine natürliche Schutzflora, die die Blase gesund hält und Infektionen verhindern kann. Ist die Schutzflora gestört, begünstigt das chronische Blasenentzündungen. Bei den meisten Blasenentzündungen sind E. coli-Bakterien über die Harnröhre in die Blase gelangt. Die E. coli-Bakterien können zum Beispiel aus dem Vaginalbereich, dem Dickdarm oder aus verunreinigtem Badewasser stammen. In der Folge entzündet sich die Blasenwand, was die bekannten Symptome hervorruft:

  • schmerzende Blase
  • häufiger und unerträglicher Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • nicht selten auch Blut im Urin

Wie einer Blasenentzündung vorbeugen?

Es gibt einiges, was du tun kannst, um einer Blasenentzündung vorzubeugen:

  1. Viel trinken, damit die Harnwege regelmäßig durchgespült werden. Denn wer viel trinkt, entleert auch häufiger seine Blase. Generell solltest du dann auf Toilette gehen, wenn du einen Harndrang verspürst und nicht unnötig lange einhalten.

  2. Urinieren nach dem Geschlechtsverkehr spült eventuell übertragene Keime direkt wieder aus. Das heißt jedoch nicht, dass du unmittelbar danach auf Toilette rennen musst – eine Viertelstunde hast du Zeit.

  3. Auch auf der Toilette gibt es einiges zu beachten. Zum einen solltest du die Blase immer restlos entleeren. Das geschieht am besten, indem du aufrecht sitzt. Vor allem Frauen sollten zudem auf die korrekte Wischtechnik achten: Immer von vorne nach hinten – von der Vagina zum After – wischen. So wird vermieden, dass Darmbakterien in die Scheide und die Harnwege gelangen können.

  4. Sicherlich kennst du noch die Ermahnung deiner Eltern aus der Kindheit: „Kindl, zieh‘ dich warm an, sonst holst du dir noch eine Blasenentzündung!“ Auch wenn es lästig erscheint, aber da ist etwas dran. Denn die Folge einer Unterkühlung durch z.B. nasse Kleidung, kalte Füße oder dem Sitzen auf einem kalten Untergrund sind schlecht durchblutete Gefäße. So können Immunzellen weniger gut über das Blut in die Blase gelangen und Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel.

  5. Eine richtige Intimhygiene ist das A und O, um einer Blasenentzündung vorzubeugen. Tägliches Reinigen mit Wasser reicht vollkommen aus. Auf Seife, Intimlotionen und Sprays solltest du verzichten, da sie die natürliche Schutzschicht der Schleimhäute zerstören und die Haut reizen können. Auch wichtig: tägliche Unterwäsche wechseln und bei der Wahl der Höschen auf Baumwolle setzen. Ein Waschgang bei 60 Grad macht allen Keimen verlässlich den Gar aus.

  6. Last but not least: Gesunde Ernährung! So kannst du dein Immunsystem stärken und es im Kampf gegen die Krankheitserreger bestmöglich unterstützen.


S.O.S. – Was kann ich bei einer akuten Blasenentzündung tun?

Oft reicht es bei einer Blasenentzündung aus, viel zu trinken und sich zu schonen. Die Flüssigkeit schwemmt viele Bakterien aus und das Immunsystem beseitigt verbleibende Erreger. Arzneitees können den Körper bei der Abwehr unterstützen und Schmerzmittel können kurzzeitig über schmerzhafte Phasen hinweghelfen.


Warum wird die Blasenentzündung chronisch?

Leider ist es trotz aller Bemühungen nicht immer so einfach, die Blasenentzündung loszuwerden. Denn die E. coli-Bakterien können sich an die Blasenwand anlagern und eine Schleimschicht bilden, die Biofilm genannt wird. Außerdem können die E. coli-Bakterien direkt in die Blasenwand einwandern. Im Biofilm und in der Blasenwand sind die Bakterien vor dem Immunsystem und vor Antibiotika geschützt. In dieser Phase treten nicht unbedingt Beschwerden auf. Es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die Bakterien wieder freigesetzt werden und die Blasenentzündung erneut aufflammt. Häufig ist das Bakterium Gardnerella vaginalis für das Aufflammen der Beschwerden verantwortlich. Gelangt Gardnerella vaginalis aus der Scheide über die Harnröhre in die Blase, greift es die oberste Schicht der Blasenwand an und setzt die E. coli-Bakterien daraus frei. Das geschieht zum Beispiel häufig nach dem Geschlechtsverkehr. Gardnerella vaginalis alleine löst in der Blase dagegen keine Beschwerden aus. Das ist auch der Grund, warum es zu einer wiederkehrenden Blasenentzündung kommen kann, obwohl die betroffenen Frauen penibel auf die Hygiene achten. Denn einmal eingenistet, sitzt der Keim in der Blasenwand und wartet.


Kann eine chronische Blasenentzündung heilen?

Bei chronischen Blasenentzündungen spielt die vaginale Besiedlung eine ausschlaggebende Rolle. Auch Frauen, die keinerlei Beschwerden im Vaginalbereich haben, können Gardnerella vaginalis in sich tragen. Solange das der Fall ist, kann das Bakterium in die Blase gelangen und die Blasenentzündung wieder entfachen. Wird Gardnerella aus der Scheide entfernt, verhindert das ein regelmäßiges Aufflammen der Blasenentzündung und das Immunsystem bekommt die nötige Zeit, um die E. coli in der Blasenwand zu bekämpfen und die Infektion endgültig zu besiegen.


Diagnose: Wie finde ich heraus, warum die Blasenentzündung immer wieder kommt?

Die CystitisCheck-Diagnostik des Instituts für Mikroökologie deckt über den Urin auf, ob sich E. coli-Bakterien frei in der Blase befinden, ob sie sich in den Biofilm oder in die Blasenwand zurückgezogen haben. Außerdem weist die Diagnostik das Bakterium Gardnerella vaginalis nach. So lässt sich die Therapie genau auf die Infektionsphase abstimmen und die Schutzflora in der Blase wird so gut wie möglich geschont. Die VaginalStatus Plus-Diagnostik ist eine sinnvolle Ergänzung zum CystitisCheck. Denn mit dem VaginalStatus Plus kann bereits zu Beginn der Blasenentzündung abgeklärt werden, ob sich Gardnerella in der Scheide befindet und potenziell in die Blase wandern und dort für ein Wiederaufflammen der Blasenentzündung sorgen kann. Weitere Informationen zur VaginalStatus Plus-Diagnostik findest du im Blogartikel Wenn’s juckt und riecht.


CystitisCheck: So einfach geht’s!

Für die CystitisCheck-Diagnostik erhältst du von deiner Ärztin oder deinem Arzt ein Probeentnahme-Set für deinen Urin mit nach Hause. Nach der Probenahme sendest du das Set per Post an das MVZ Institut für Mikroökologie GmbH. Nach etwa einer Woche erhält dein Arzt oder deine Ärztin einen Befund mit darauf abgestimmten Therapieempfehlungen. Selbstverständlich liegt die Auswahl der für dich geeigneten Behandlungsmaßnahmen im Ermessen deiner Ärztin oder deines Arztes, die oder der dich und deine Beschwerden am besten kennt.

In unserer Therapeutensuche findest du Ärztinnen und Ärzte in deiner Nähe.

Kommentare

24.11.2021 | MVZ Institut für Mikroökologie

Liebe Deniese, aktuell sind in unserer Suche leider noch nicht alle Ärzte und Therapeuten gelistet, die z.B. den CystitisCheck anbieten. Auch bedient nicht jeder Arzt/Therapeut unser gesamtes Diagnostik-Spektrum. Aber die meisten Einträge in unserer Suche verweisen auch auf eine Website oder eine andere Kontaktmöglichkeit, über die man das Angebot des Arztes/Therapeuten in Erfahrung bringen kann. Liebe Grüße, dein MVZ Institut für Mikroökologie

24.10.2021 | Deniese G.

Kann man diesen Check bei jedem Hausarzt durchführen oder nur bei den vorgegebenen?

27.11.2020 | Institut für Mikroökologie

Leider dürfen wir in diesem Blog keine Therapieempfehlungen geben. Der positive Nachweis von E. Coli kann sowohl naturheilkundliche als auch chemisch-synthetische Maßnahmen nach sich ziehen. Welche dies sind, entscheidet Ihr Arzt im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen.Da in den meisten Fällen eine gestörte bakterielle Besiedelung der Vagina die Quelle für die Entzündungen der Harnwege darstellt, ist es sinnvoll, bei positivem Nachweis dieser Bakterien, die Vaginal-Mikrobiota zu untersuchen. Dies geht z. B. mittels „Vaginalstatus“.Wir hoffen, das hilft Ihnen weiter.

14.11.2020 | Carmen Schlüssel

Was bringt mir das Ergebnis, wenn ich die eingenisteten Ecoli u ggfs Gardnielle Keime habe? Was hilft dann dagegen?

13.07.2020 | Institut für Mikroökologie

Hallo Sarah, der Test kann durch einen Arzt oder Therapeuten bei uns eingesendet werden. Einen Arzt oder Therapeuten können Sie bei unserer Therapeutensuche finden. www.mikrooek.de/patienten/therapeutensuche/herzliche Grüße Ihr Team vom MVZ Institut für Mikroökologie

01.07.2020 | Sarah

Wo kann ich diesen Test machen ? Welche Ärzte kennen diesen Test ?

05.05.2020 | Institut für Mikroökologie

Hallo Anna,bitte wenden Sie sich mit dieser Frage an unsere Patientenhotline unter der Telefonnummer: 02772-981199 Mo-Fr. 8:30-12:30 Uhr ,Sa. 8:30-13:00 Uhr.Dort finden Sie kompetente Ansprechpartner. mit freundlichen GrüßenIhr Team vom Institut für Mikroökologie

25.04.2020 | Anna

Guten Tag,kann die nötige Therapie dann auch in der Stillzeit durchgeführt werden? Danke im Voraus.Herzliche Grüße

07.01.2020 | Institut für Mikroökologie

Hallo Frau Wagner, entschuldigen Sie bitte die späte Antwort. Das Material für den Cystits-Check können nur Ärzte und Heilpraktiker anfordern - allerdings jeder Hausarzt, Frauenarzt oder Urologe.Die reine Laborleistung für Selbstzahler beträgt 136,37 €. Auf unserer Webseite haben wir bei "Patienten" eine Therapeutensuche geschaltet. Vielleicht finden Sie dort einen geeigneten Arzt in Ihrer Umgebung.

18.11.2019 | Luciana wagner

Guten tag,, es dreht sich hier um meine Cousine!!!!!Sie hat seit Jahren Blasenentzündung und Bakterien, kein Arzt kann ihr helfen, Spritzen gegen Bakterien, op, antibiotikum, nichts helft , ich habe sie hier gefunden und möchte gerne wissen ob man bei ihnen eine Mikro Untersuchung machen kann und was das kostet ? Wir sin so verzweifelt und würden uns freuen etwas von ihnen zu hören. LG. Frau wagner

13.09.2019 | Institut für Mikroökologie

Das Material für den Cystits-Check können nur Ärzte und Heilpraktiker anfordern - allerdings jeder Hausarzt, Frauenarzt oder Urologe.Die reine Laborleistung für Selbstzahler beträgt 136,37 €.

27.08.2019 | Melanie GÖRDEN

Wie hoch sind die Kosten für den Cystitis Check und kann dieser von jedem Arzt gemacht werden oder nur von Kooperationspraxen?

20.08.2019 | Sarah

Wo kann ich diesen Test besorgen?

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