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Häufige Blasenentzündungen - Dr. Ellwanger erklärt • mikrooek.de
Drei Frauen auf dem Sofa im Gespräch

Für Patienten

Dr. Thomas Ellwanger erklärt


Millionen Frauen leiden darunter und trotzdem wollen die wenigsten darüber reden: Blasenentzündungen sind noch immer ein Tabuthema, obwohl die Beeinträchtigungen für die betroffenen Frauen enorm sind.

Bei einer Blasenentzündung schmerzt die Blase und der Harndrang ist unerträglich. Doch wer zur Toilette rennt und sich Erleichterung erhofft, bekommt die Rechnung postwendend: Das Harnlassen brennt heftig und jeder Toilettengang verstärkt den Harndrang noch zusätzlich. 


Kein Wunder, dass meist direkt mit Antibiotika behandelt wird. Die Beschwerden lassen dann schnell nach und die betroffenen Frauen können aufatmen. Nur eben nicht alle Frauen, denn für einige ist die Therapie der Auftakt für eine jahrelange Leidenszeit.

Dafür gibt es zwei Gründe:
Zum einen kann die Behandlung mit Antibiotika die natürliche Besiedlung der Blase verändern und damit Neuinfektionen begünstigen. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es auch in der Blase eine Schutzflora – genau wie im Darm und in der Vagina.
Zum anderen können die Erreger, die die Blasenentzündung hervorrufen, in die Blasenwand einwandern. Die Antibiotika können dann nur die freien Erreger beseitigen, die Bakterien in der Blasenwand sind vor den Antibiotika geschützt. Sie überleben die Behandlung, sitzen in der Blasenwand und warten.
In dieser Phase treten nicht unbedingt Beschwerden auf. Es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die Bakterien wieder freigesetzt werden und die Blasenentzündung erneut aufflammt. 

Häufig ist das Bakterium Gardnerella vaginalis für das Aufflammen der Beschwerden verantwortlich. Das Bakterium befindet sich bei fast der Hälfte der Frauen in der Scheide. Dort kann es die typischen Symptome einer Vaginose wie Jucken oder fischigen Geruch hervorrufen oder auch vollkommen symptomlos vorkommen. Gelangt Gardnerella vaginalis aus der Scheide in die Blase, greift es die oberste Schicht der Blasenwand an und setzt die eingewanderten Bakterien frei. Das geschieht häufig nach dem Geschlechtsverkehr. Gardnerella vaginalis alleine löst in der Blase keine Beschwerden aus.


Ob Bakterien in die Blasenwand eingewandert sind und ob sich Gardnerella vaginalis in der Blase befindet, lässt sich diagnostisch nachweisen. Das Institut für Mikroökologie hat dafür den neuen CystitisCheck entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Behandlung genau auf die Phase abstimmen lässt, in der sich die Frau gerade befindet.

Wird zum Beispiel Gardnerella vaginalis nachgewiesen, verhindert die Beseitigung ein regelmäßiges Aufflammen der Blasenentzündung und das Immunsystem bekommt die nötige Zeit, um die Bakterien in der Blasenwand zu bekämpfen und die Infektion endgültig zu besiegen. Immunstärkende Mittel können helfen, wenn eine Frau zwar keine Symptome hat, die Erreger aber in der Blasenwand sitzen und auf ihre nächste Chance warten.

Antibiotika bleiben dann schweren, akuten Infektionen vorbehalten und die natürliche Besiedlung in der Blase wird so gut wie möglich geschont, damit sie ihre Schutzfunktion weiter ausüben kann.

Kommentare

20.08.2019 | Nathalie

Kann jede Frauenärztin diesen Test durchführen?

22.01.2019 | S. Monatz

Was kostet der Cystitis Check?

28.11.2018 | olympia

Macht diesen Check auch jemand in Österreich? Lg

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