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Zwei Darmforscher geehrt

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) verleiht Professor Samuel Huber, Hamburg, und Professor Sebastian Zeißig, Dresden, den Theodor-Frerichs-Preis für ihre Forschungen über die Rolle der Darmbakterien bei der Entstehung von CED beziehungsweise bei der Entwicklung von Darmkrebs.

Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist das Verhältnis zwischen humanem Immunsystem und den natürlichen Darmbakterien gestört. Professor Huber macht dafür ein Zuviel des Bindeproteins für den Botenstoff Interleukin(IL)-22 verantwortlich: Abwehrzellen bilden IL-22, um die Schleimhaut zu schützen. Da zuviel IL-22 schädlich ist, produzieren die Zellen auch ein Bindeprotein. Menschen mit CED produzieren zuviel Bindeprotein, deshalb ist ihre Schleimhaut nicht ausreichend geschützt. In der Folge kommt es zu einer Abwehrreaktion gegen die eigenen Darmbakterien.
TNFalpha-Antikörper erzielen ihre Wirkung teilweise, indem sie anscheinend das Bindeprotein hemmen.

Patienten mit CED, vor allem mit Colitis ulcerosa, haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Laut Professor Zeißig sind dafür die Darmbakterien die Ursache: Kommen sie mit den Zellen der Darmschleimhaut in Kontakt, lösen sie eine Signalkaskade aus. Am Ende führt das zu Darmkrebs. Wichtige Faktoren sind das Molekül Calcineurin und der Genaktivator (Transkriptionsfaktor) NFAT. Hemmten die Wissenschaftler im Mausmodell die beiden Faktoren, konnten sie Darmkrebs bei den Tieren verhindern.

 

Ausführliche Pressemitteilung zur Verleihung des Theodor-Frerich-Preises