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Lebende Bakterien im Fettgewebe

sind schuld an Entzündungen, wie Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig in einer Studie herausgefunden haben.

Menschen mit starkem Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Ursache dafür sind Entzündungen im Fettgewebe, denn die Entzündungsvorgänge wirken sich störend auf den Zuckerstoffwechsel aus. Auch leiden insbesondere Diabetes-Patienten an einer übermäßig durchlässigen Darmschleimhaut, einem Leaky Gut. Das begünstigt den Einstrom entzündungsauslösender Substanzen aus dem Darm in den Körper.

Nun wollten die Leipziger Wissenschaftler herausfinden, ob auch Bakterien aufgrund eines durchlässigen Darms ins Fettgewebe gelangen können und zu den Entzündungen beitragen. Dazu entnahmen sie Fettgewebsproben und untersuchten sie auf Bakterien. Ergebnis: Die Wissenschaftler fanden lebende Bakterien im Fettgewebe. Und: Je mehr Bakterienerbgut vorhanden war, desto höher lagen die Entzündungswerte.1

Das zeigt, wie wichtig es ist, einen Leaky Gut zu verhindern. Helfen kann hierbei eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Denn unter einer fettreichen Ernährung nimmt beispielsweise die Zahl gesundheitsfördernder Bakterien ab und entzündungsfördernde Faktoren nehmen zu. Dagegen fühlen sich bei einer fettarmen Kost nützliche, Butyrat-produzierende Bakterien wie Faecalibacterium wohl.2 Butyrat wirkt antientzündlich und ernährt die Zellen der Darmschleimhaut - das wirkt einem Leaky Gut entgegen.

 

Quellen:

  1. Massier L, et al. Adipose tissue derived bacteria are associated with inflammation in obesity and type 2 diabetes. Gut. 2020. 
  2. <pmid:>Wan Y et al. Effects of dietary fat on gut microbiota and faecal metabolites, and their relationship with cardiometabolic risk factors: a 6-month randomised controlled-feeding trial.  Gut. 2019; 68(8):1417-1429.</pmid:>