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Antibiotika stören Gleichgewicht im Darm

Eine neue Studie zeigt: Nicht nur die Bakteriengemeinschaft, auch Pilze sind von Antibiotika-Therapien betroffen.

In einer Pressemitteilung des Leibnitz-Instituts HKI in Jena stellten Wissenschaftler um Dr. Gianni Pangiotou ihre Ergebnisse einer kleinen Studie vor: Antibiotika-Therapien beeinträchtigen demnach nicht nur die im Darm lebenden Bakterien, sondern wirken ebenfalls auf das Mykobiom.

14 gesunde Probanden gaben ihre Stuhlproben vor, während und nach der Antibiose mit unterschiedlichen Breitband-Antibiotika ab, zwei gesunde Teilnehmer dienten als Kontrolle.

Wie erwartet, veränderte sich die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Darm. Allerdings erholte sie sich im Verlauf der folgenden drei Monate weitgehend. Dagegen veränderte sich das Spektrum der Pilze nachhaltiger: Aus einer anscheinend friedlichen Koexistenz entwickelte sich eine Konkurrenzsituation, bei der die Zellzahlen verschiedener Pilze stark anstiegen oder absanken - bis unter die Nachweisgrenze.

In einer gesunden Darmflora können Bakterien unter anderem über Stoffwechselprodukte wie Propionat die Pathogenität von Candida albicans und daraus resultierende Zellschäden des Wirts unterdrücken. Stören Antibiotika die Bakteriengemeinschaft, fallen zahlreiche regulative Eigenschaften weg, da die bakteriellen Stoffwechselwege weniger werden. Als Folge verändert sich die Pilzgemeinschaft. Das erklärt die weitverbreiteten Pilzinfektionen nach Antibiotikabehandlungen.

 

Quelle:

Seelbinder B et al. Antibiotics create a shift from mutualism to competition in human gut communities with a longer-lasting impact on fungi than bacteria. Microbiome. 2020 Sep 12; 8(1): 133. doi: 10.1186/s40168-020-00899-6.

 

Geeignete Diagnostik-Parameter: Diagnose von Pilzerkrankungen und -Infektionen