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Darmkrebs-Diagnostik: Entstehung von Darmkrebs frühzeitig erkennen

Das kolorektale Karzinom steht auf Platz zwei in Bezug auf Häufigkeit und Sterblichkeit bei Tumorerkrankungen in Deutschland. Viele Darmkrebsfälle könnten durch eine flächendeckende Früherkennung verhindert werden.

Die Hämoglobin- und Hämoglobin-Haptoglobin-Tests spüren verborgenes Blut in der Stuhlprobe auf - selbst aus höheren, rechtsseitig gelegenen Darmabschnitten. Auch dort lokalisierte gutartige Polypen und Tumore weisen die Tests sicher nach.

Der Tumormarker M2-PK ist ein Enzym aus Gewebewucherungen. Durch den M2-PK-Test können zusätzlich Polypen und Tumore aufgespürt werden, die nicht bluten.

Die Kombination der Tests kann neben bösartigen Tumoren auch Polypen und andere akute und/oder chronische entzündliche Geschehen im Darm erfassen. Selbst früheste Tumorstadien oder –risiken wie Entzündungen und Polypen werden erkannt. So sind therapeutische oder weitere diagnostische Maßnahmen möglich, bevor es zur Entartung kommt.

Meist vergehen bis zu zehn Jahre, bevor sich gutartige Gewebewucherungen im Darm zu Darmkrebs entwickeln. Entsprechend liegt das Durchschnittsalter der Erkrankung für Männer bei 69 Jahren und für Frauen bei 75 Jahren. Allerdings gibt es bei einigen Menschen ein erblich erhöhtes Risiko für Darmkrebs - sie erkranken oft deutlich früher und sollten deshalb bereits früher die Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Auch Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen - vor allem mit Colitis ulcerosa - sind stärker gefährdet, Darmkrebs zu entwickeln.

Wegen des großen therapeutisch nutzbaren Zeitfensters ist Darmkrebs bei frühzeitiger Erkennung zu fast 100 Prozent heilbar. Leider nutzen nicht alle Berechtigten die Vorsorgeuntersuchungen.
Alle Personen über 45 Jahre und Menschen mit familiärer Vorbelastung für Darmkrebs sollten die Parameter einmal im Jahr testen lassen.

Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex

Das Institut für Mikroökologie weist okkultes Blut im Stuhl immunologisch nach. Seit dem 01. April dieses Jahres hat der immunologische Stuhltest den chemischen - oder enzymatischen - Test auf Gujak-Basis abgelöst. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich dafür die Kosten.

Das immunologische Verfahren ist den enzymatischen Tests deutlich überlegen, wie Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrum zeigen konnten.

DocCheck-Artikel zum Vergleich beider Methoden mit 2235 Probanden

Der Nachweis des Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexes im Stuhl dient der Diagnostik von:

  • kolorektalen Karzinomen
  • intestinalen Mikroblutungen
  • Polypen
  • Adenomen
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Bei intestinalen Blutungen gelangen vermehrt Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe in das Darmlumen. Die Komplexe können im Stuhl nachgewiesen werden.

Hämoglobin kommt in den Erythrozyten und in geringen Mengen frei - an Haptoglobin gebunden - im Plasma vor. Das Haptoglobin ist ein in der Leber gebildetes Glykoprotein, das freies Hämoglobin bindet und zum Abbau in das Monozyten-Makrophagen-System transportiert.

Der Stuhl von gesunden Personen weist Hämoglobin-Haptoglobin-Werte unter 2 µg/ml auf; ein Anstieg der Werte lässt mit über 95-prozentiger Sicherheit auf Blutungsquellen im Gastrointestinaltrakt schließen. Klinische Studien konnten die hohe Treffsicherheit belegen: der Hämoglobin-Haptoglobin-Test erfasste 96 Prozent der Karzinome und 60 Prozent der kolorektalen Adenome. Der Test führt somit zu deutlich besseren Ergebnissen als die herkömmlichen Nachweisverfahren für okkultes Blut.

Diagnostischer Vorteil: Der Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex ist vergleichsweise stabil gegenüber Säuren und Proteasen. Dadurch lässt er sich auch nach längeren Darmpassagen im Stuhl nachweisen. Blutbeimengungen von größeren Darmpolypen und höher gelegenen Kolonkarzinomen können so mit hoher Sensitivität nachgewiesen werden.

Referenzbereich: Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex-Werte über 2,0 µg/g Stuhl sind ein deutliches Indiz für eine Blutungsquelle im Darm.

M2-PK

Die Tumor M2-Pyruvatkinase (M2-PK) dient dem Nachweis von benignen und malignen Tumoren im Gastrointestinaltrakt.

Die Pyruvatkinase ist ein Schlüsselenzym des Glukosestoffwechsels. Sie tritt in verschiedenen Isoformen auf, die gewebespezifisch exprimiert werden. Bei der Krebsentstehung gehen die gewebespezifischen Isoenzyme verloren und stattdessen wird das Isoenzym M2-PK gebildet. Während die aktiven gewebespezifischen Enzyme aus 4 Untereinheiten bestehen, zerfällt die M2-PK in zwei weniger aktive Untereinheiten. Diese Form nennt sich Tumor M2-PK und ist für Krebszellen charakteristisch.

Referenzbereich:

Tumor-M2-PK-Werte ab 4,0 bis <6,0 U/ml Stuhl sind als grenzwertig, Ergebnisse ab 6,0 U/ml Stuhl als erhöht zu beurteilen.

Erhöhte Werte der Tumor-M2-Pyruvatkinase im Stuhl treten auf bei kolorektalem Karzinom, aber auch bei entzündlichen Darmerkrankungen und infektiöser Diarrhoe.


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