Mikrooek wird geladen...
VaginalStatus: Diagnostik bei Vaginose und Bestimmung der Vaginalflora • mikrooek.de
Arbeiten im Labor, Agarplatte

Für Ärzte und Therapeuten

VaginalStatus: Diagnostik bei Vaginose und Bestimmung der Vaginalflora

Bei einer bakteriellen Vaginose ist das Gleichgewicht der Vaginalflora gestört: Die vorherrschenden Laktobazillen sind vermindert, stattdessen tritt eine Mischflora aus Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Atopobium vaginae und Trichomonas vaginalis in den Vordergrund.
Dadurch kann es zu verschiedenen Symptomen kommen wie

  • dünnflüssiger Ausfluss,
  • Juckreiz,
  • Brennen und
  • „fischiger“ Geruch.

Einen ersten Hinweis auf eine Fehlbesiedlung im Vaginalbereich gibt ein erhöhter pH-Wert. Doch Erreger wie Gardnerella vaginalis können auch bei Patientinnen mit normalem pH-Wert (< 4,5) in zum Teil hoher Zellzahl auftreten.
Die gängige Diagnostik der Vaginose mithilfe des Mikroskops hat ebenfalls einen Schwachpunkt: Atopobium vaginae - ein Leitkeim der bakteriellen Vaginose - lässt sich im Mikroskop nicht von den Laktobazillen unterscheiden. Bleibt Atopobium vaginae unentdeckt, sind Fehlbehandlungen möglich, denn Atopobium vaginae ist gegen das Standardtherapeutikum Metronidazol resistent. Entsprechend sind Rezidive nach einer Antibiose häufig.

Ein Grund für die Unempfindlichkeit von Atopobium vaginae gegenüber einer antibiotischen Behandlung ist der Biofilm, in dem die Bakterien sitzen.

 

Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Mikroökologie mit dem VaginalStatus eine effektive Diagnostik bei Vaginose entwickelt. Der VaginalStatus differenziert zwischen einer Bakterien-, Hefepilz- oder Trichomonas vaginalis-bedingten Vaginitis und erfasst Leit- bzw. Markerorganismen einer intakten Vaginalflora.

Die VaginalStatus-Diagnostik bei Vaginose erfasst die folgenden Parameter:

  • Anzahl der Laktobazillen; inkl. H2O2-Produzenten
  • Anzahl der β-B-Streptokokken
  • Anzahl der Anaerobier
  • Spezifischer Nachweis von Trichomonas vaginalis und Atopobium vaginae
  • Spezifischer Nachweis von Gardnerella vaginalis
  • Spezifischer Nachweis von Hefen (Candida spp.)

Für das Leistungsverzeichnis einzelner Parameter folgen Sie bitte den Links in der rechten Spalte unter "Der VaginalStatus erfasst".

Der VaginalStatus ermöglicht dem Arzt oder Therapeuten eine gezielte und damit effektive Therapie. Er kann einem beginnenden Ungleichgewicht entgegenwirken oder den Kreislauf immer wiederkehrender Infektionen durchbrechen.
Im Bereich der Schwangerenbetreuung kommt dem VaginalStatus vor allem Bedeutung in der Prävention zu. Denn eine bakterielle Vaginose erhöht das Risiko für eine Frühgeburt.

Neben einer Vaginose können Veränderungen der Vaginalflora auch Entzündungen des Urogenitaltrakts und des Beckens verursachen. Bei Schwangeren kann eine Vaginose eine Frühgeburt auslösen. Neuere Publikationen deuten darauf hin, dass eine veränderte Vaginalflora sexuell übertragbare Krankheiten wie AIDS begünstigt.

Referenzbereich:

Erhöht, wenn > 104 Zellen Atopobium vaginae/ ml Vaginalflüssigkeit nachgewiesen wurden.

Die Vaginalflora

Die Zusammensetzung der Vaginalflora ist im Gegensatz zur Mikroflora des Magendarmtrakts einfach. Bei einer gesunden Frau überwiegen im Vaginalbereich aerobe, mikroaerophile oder fakultativ anaerobe Mikroorganismen. Strikt anaerobe Mikroorganismen sind hingegen in der Minderzahl. Laktobazillen bzw. Milchsäurebakterien sind die am häufigsten nachgewiesenen Mikroorganismen im Vaginalbereich - allerdings erst ab der Pubertät. Das Östrogen lässt die Epithelzellen vermehrt Glykogen ausscheiden, das die Laktobazillen für ihr Wachstum nutzen.


Verwandte Diagnostik-Parameter

Aromatogramm

Das Aromatogramm zeigt, welche ätherischen Öle das Wachstum der Krankheitserreger hemmen.

STDs

Sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydien-infektionen sind auf dem Vormarsch.

HPV-Nachweis

Die humanen Papillomaviren sind für die Entstehung des Zervixkarzinoms verantwortlich.