FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Humanes Metapneumovirus

Verbreitung

Das humane Metapneumovirus (hMPV) verursacht schätzungsweise 4 bis 16 Prozent aller akuten Atemwegserkrankungen und ist weltweit verbreitet1. Bis zu 100 Prozent aller Menschen im Alter von 20 bis 65 Jahren tragen Antikörper gegen das Virus, und Reinfektionen sind häufig2.

Wie serologische und genetische Daten zeigen, existiert das Virus seit über 50 Jahren, auch wenn es erst 2001 zum ersten Mal identifiziert wurde1. In Europa treten die meisten Infektionen im Frühjahr auf 2.


Erkrankungen und Symptomatik

Das Virus kann Menschen aller Altersgruppen infizieren2,3. Die Symptome ähneln denen einer Infektion mit dem Respiratorischen Syncytial-Virus. Sie reichen von Symptomen einer milden respiratorischen Erkrankung bis hin zu schweren Pneumonien und Bronchiolitiden1. Die Infektion beginnt in den oberen Atemwegen und geht dann in die unteren Atemwege über2. Dabei verursacht das Virus ein breites Spektrum an Beschwerden:

  • Husten
  • Rhinorrhoe
  • Pfeifatmung
  • Dyspnoe
  • Fieber 4.

Kinder unter fünf Jahren, ältere Erwachsene, Raucher und Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem entwickeln häufiger schwere Krankheitsverläufe1,2,5. Bei bestehendem Asthma bronchiale sind Exazerbationen möglich6.

Die Inkubationszeit beträgt drei bis sechs Tage. Die Krankheitsdauer kann variieren, je nach Schwere der Erkrankung5.

Impfung: Impfstoffe gegen humane Metapneumoviren sind nach unserem Wissen zur Zeit nicht verfügbar5.


Übertragung

Das humane Metapneumovirus verbreitet sich wahrscheinlich von einer infizierten Person zur anderen durch Husten- und Nasensekrete und engen persönlichen Kontakt wie Händeschütteln.
Auch der Kontakt zu viruskontaminierten Oberflächen mit nachfolgender Berührung von Mund, Nase oder Augen kann das Virus übertragen5.


Mikrobiologie

Das humane Metapneumovirus ist ein behülltes Virus, das RNA als Erbmaterial enthält1. Es ist mit dem Respiratorischen Syncytial-Virus (RSV) verwandt und gehört ebenso wie RSV in die Familie der Paramyxoviridae5.


Literatur

  1. Yi L. et al. Epidemiology, evolution and transmission of human metapneumovirus in Guangzhou China, 2013-2017. Scientific Reports 2019;9:14022.
  2. Koo H. J. et al. Clinical and Radiologic Characteristics of Human Metapneumovirus Infections in Adults, South Korea. Emerging Infectious Diseases 2019;25:15.
  3. Falsey A. R. et al. Human metapneumovirus infections in young and elderly adults. J. Infect. Dis. 2003;187:785.
  4. Van den Hoogen, B. et al. Clinical impact and diagnosis of human metapneumovirus infection. Pediatr. Infect. Dis. J. 2004;23:25.23.
  5. CDC-Centers for Disease Control and Prevention. Human metapneumovirus (MMPV) Clinical Features. The national respiratory and enteric virus surveillance System (NREVSS). Stand 05.09.2019.
  6. Überla K. Neu entdeckte Viren:Humanes Metapneumovirus und Coronavirus NL63. Deutsches Ärzteblatt 2006;103:A118.
  7. RKI. Konsiliarlabor für respiratorische Syncytialviren (RSV), Parainfluenzaviren (PIV) und humane Metapneumoviren (HMPV). Stand 20.01.2020.
  8. BGN- Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Richtig Lüften leicht gemacht. BGN-Lüftungsrechner. https://www.bgn.de/lueftungsrechner/ , abgerufen am 20.10.2020