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Silent Inflammation: Stille Entzündungen im Körper frühzeitig erkennen • mikrooek.de

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Silent-Inflammation-Check

Stille Entzündungen abklären

Der neue Silent-Inflammation-Check klärt chronische, subklinische Entzündungen ab, die den Weg für eine ganze Reihe von Erkrankungen ebnen können oder chronische Erkrankungen unterhalten und verstärken.

Beispiele sind:

  • depressive Verstimmungen und Schlafstörungen
  • Metabolisches Syndrom
  • Adipositas
  • Typ-2-Diabetes
  • Arteriosklerose
  • Chronische Schmerzen (Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen)
  • Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL)
  • Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose)
  • Tumorerkrankungen.

Der Silent-Inflammation-Check erfasst niedriggradige, systemische Entzündungen, deren Hauptauslöser - die Belastung mit bakteriellem LPS - und Veränderungen im Tryptophan-Stoffwechsel als negative Folge der stillen Entzündung.

Die Parameter des Silent-Inflammation-Checks (aus Blut bzw. Serum):

  • hochsensitives CRP (C-Reaktives Protein)
  • LPS-Antikörper
  • Kynurenin
  • Tryptophan
  • IDO-Aktivität (Kynurenin/Tryptophan-Ratio)

Einer erhöhten LPS-Belastung und einem gestörten Tryptophan-Stoffwechsel lässt sich therapeutisch gegensteuern. Ist der Auslöser der stillen Entzündung beseitigt, kann sich der Körper erholen. Auch der Tryptophan-Stoffwechsel kommt wieder ins Gleichgewicht.

hsCRP: der Marker für stille Entzündungen

Der Nachweis des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hsCRP) ist zehnmal sensitiver als der des normalen CRPs, das Hinweise auf klinisch manifeste, akute Infektionen und Entzündungen liefert. Der Grenzwert des normalen CRPs für eine Infektion oder Entzündung liegt in der Regel bei > 5 mg/l. Die Höhe des gemessenen Werts korreliert mit der Schwere der Infektion und kann Werte über 200 mg/l erreichen.
Das hsCRP weist deutlich niedrigere Werte nach, deshalb kann der Marker auch verborgene Entzündungen im Körper aufspüren. Bei einem hsCRP-Wert über 0,56 mg/l liegt eine Silent Inflammation vor. 

LPS als Ursache für stille Entzündungen

Hauptursache einer stillen Entzündung sind bakterielle Lipopolysaccharide (LPS), die ständig in den Blutkreislauf eindringen und so die Entzündungsfaktoren im Körper hochregulieren.
Das LPS ist Bestandteil der Zellwand gram-negativer Bakterien. Sterben die Bakterien ab, wird das LPS - auch als Endotoxin bekannt - aus der Zellwand freigesetzt. Für einen erhöhten LPS-Einstrom in den Blutkreislauf können eine Dysbiose der intestinalen Mikrobiota, dentale Plaques und eine erhöhte Permeabilität der Darmschleimhaut verantwortlich sein. Eine unphysiologisch durchlässige Darmschleimhaut wird auch als Leaky-Gut-Syndrom bezeichnet.

Stille Entzündungen und die Rolle des LPS (aus dem Online-Seminar "Silent Inflammation")

Treten die Endotoxine - das LPS - in den Blutkreislauf über, kommt es zur Endotoxinämie. Bereits bei geringen Endotoxin-Konzentrationen im Blut schüttet der Körper pro-inflammatorische Zytokine aus. Hält die LPS-Belastung über einen längeren Zeitraum an, entwickelt sich eine verborgene Entzündung, die langfristig das Gewebe schädigt und Stoffwechselprozesse verändert.

Neben dem LPS können auch Allergene, Umweltschadstoffe und chronischer Stress für eine Silent Inflammation verantwortlich sein.

Sind die Konzentrationen der Antikörper gegen LPS im Serum erhöht, weist das auf eine Endotoxin-Belastung als Ursache der stillen Entzündung hin.


Metabolische Endotoxinämie & Silent Inflammation


Pro-inflammatorischer Reiz hält bei stiller Entzündung an

Jede Entzündung verlangt eine anti-entzündliche Gegenreaktion, damit es nicht zu überschießenden Immunreaktionen kommt. Nach einem überstandenen Infekt zum Beispiel kehren pro- und anti-inflammatorische Faktoren wieder auf ihr Ausgangsniveau zurück.

Bei einer stillen Entzündung ist das anders, da der pro-inflammatorische Zweig des Immunsystems ständig eine anti-entzündliche Gegenreaktion fordert. Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht und kann über- oder unterreagieren.

Immunsystem aus dem Gleichgewicht

Im Falle einer Überreaktion lösen die andauernden entzündlichen Reize chronische Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen, Arteriosklerose und das Metabolische Syndrom aus. Die Erkrankungen geben Entzündungen immer weiter Vorschub.

Reguliert das Immunsystem jedoch als Antwort auf die andauernden Entzündungsreize stark herunter, kippt die Immunabwehr auf die andere Seite: Die Immuntoleranz steigt an und das Immunsystem reagiert nicht mehr effektiv. Notwendige Abwehrreaktionen bleiben aus, Infektionen können chronisch werden und die Tumoranfälligkeit steigt.

Kynurenin kippt Immunbalance

Für die Regulation der Immunbalance ist der Stoffwechsel der essentiellen Aminosäure Tryptophan entscheidend. Den Großteil des Tryptophans baut der Körper in der Leber ab, um daraus das Coenzym NAD+ zu produzieren. Ein weiteres Prozent des Tryptophans geht in die Proteinsynthese.

Das restliche Tryptophan wird weiter verstoffwechselt  – entweder zum Glückshormon Serotonin oder zu Kynurenin.


Der Tryptophan-Stoffwechsel verbindet Soma und Psyche. Eine hohe IDO-Aktivität verschiebt den Tryptophan-Stoffwechsel in Richtung Kynurenin und der Tryptophan-Spiegel sinkt. So entsteht ein Serotonin-Mangel, da mit dem Tryptophan der Ausgangsstoff für die Synthese fehlt. Das kann depressive Verstimmungen und Schlafstörungen fördern.


Kynurenin und die daraus entstehenden Stoffwechselprodukte Kynureninsäure und 3-Hydroxykynurenin haben immunsuppressive Wirkung. Das nutzt der Körper in unterschiedlichen physiologischen Situationen: So benötigen Darm und Lunge mit ihren großen mukosalen Oberflächen Kynurenin, um überschießenden Immunreaktionen entgegenzuwirken und Toleranz gegenüber den natürlichen Darmbakterien zu vermitteln. In der Schwangerschaft verhindert Kynurenin die Abstoßung des Fötus.
Ein Zuviel an Kynurenin steigert die Immuntoleranz jedoch zu stark und das Immunsystem kann Krankheitserreger nicht mehr schlagkräftig bekämpfen.

Silent Inflammation erhöht IDO-Aktivität

Eine Silent Inflammation treibt die Aktivität des Enzyms IDO in die Höhe, das daraufhin vermehrt Tryptophan zu Kynurenin umsetzt. Der Überschuss an Kynurenin kann eine Immunblockade verursachen, bei der Vermehrung und Apoptose der Killerzellen zurückgehen. Der erhöhte Kynurenin-Spiegel verschiebt die Immunbalance in Richtung Immuntoleranz: mehr TReg (früher „Suppressorzellen“) und weniger zytotoxische T-Zellen.

Besonders problematisch ist: Kynurenin treibt die eigene Produktion über eine positive Rückkopplung voran. So können sich der veränderte Tryptophan-Stoffwechsel und die Dysbalance des Immunsystems selbst unterhalten, sobald sie einmal angeschoben sind.

Der Silent-Inflammation-Check weist die Konzentration von Tryptophan und Kynurenin im Serum nach und bestimmt die IDO-Aktivität über die Kynurenin/Tryptophan-Ratio. So lassen sich auch die Auswirkungen der verborgenen Entzündungen auf den Tryptophan-Stoffwechsel bestimmen.

Therapie-Optionen bei stiller Entzündung

In Abhängigkeit von der Befundkonstellation können Sie therapeutisch gegensteuern über eine:

  • Stabilisierung der intestinalen Grenzfläche
  • Senkung der intestinalen LPS-Last
  • Modulation der IDO-Aktivität durch Phytotherapie
  • Substitution von Tryptophan (über die Ernährung oder Zuführung als Präparat)

Cave: Bei Schwangeren ist die IDO-Modulation kontraindiziert. 

Zum Befund können Sie ausführliche Therapieempfehlungen anfordern.


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