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KyberBiom: die intelligente Mikrobiom-Diagnostik • mikrooek.de

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

KyberBiom® - die intelligente Mikrobiom-Diagnostik

Die KyberBiom®-Diagnostik erfasst erstmalig die Resilienz der intestinalen Mikrobiota. Über den Nachweis von Schlüsselorganismen aus sieben funktionellen Gruppen der Mikrobiota ermöglicht es die Diagnostik, Störungen des mikrobiellen Gleichgewichts zu erkennen.

Das gibt Hinweise auf chronische Erkrankungen, zum Teil schon in sehr frühen Stadien. Außerdem lassen sich mit Hilfe der Diagnostik die Auswirkungen der Störungen auf das Immunsystem, die Schleimhaut und verschiedene Stoffwechselprozesse abschätzen.

Über die Zusammensetzung der Mikrobiota bestimmt die KyberBiom®-Diagnostik zusätzlich den FODMAP-Typ und gibt damit Auskunft, ob eine FODMAP-arme oder -modifizierte Diät die Reizdarmbeschwerden eines Patienten lindern kann.  

Die KyberBiom®-Diagnostik erweitert den KyberKompaktPRO um folgende Aspekte:

  • Resilienz-Index
  • FODMAP-Typ
  • Ballaststoffabbauende Mikrobiota
  • Neuroaktive Mikrobiota


Die KyberBiom®-Diagnostik greift die bekannten Parameter des KyberKompaktPRO auf:


Indikationen der KyberBiom®-Diagnostik:

  • Abdominalbeschwerden wie Reizdarmsyndrom, Obstipation, Meteorismus und Diarrhö
  • Erkrankungen des atopischen Formenkreises wie atopisches Ekzem, Pollinosis und Asthma bronchiale
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und –allergien
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Chronisch rezidivierende Infekte

Resilienz-Index

Die KyberBiom®-Diagnostik bestimmt erstmalig die Resilienz der intestinalen Mikrobiota.
Der Begriff „Resilienz“ kommt ursprünglich aus der Psychologie und bezeichnet die Fähigkeit, in einer Krise auf persönliche Ressourcen zurückzugreifen und die Krise damit eigenständig zu bewältigen.

Andere Disziplinen wie die Ökologie haben den Begriff inzwischen adaptiert. Dort beschreibt die Resilienz die Fähigkeit eines Ökosystems, auf Störungen zu reagieren und sich selbst zu erneuern, ohne sich grundlegend zu verändern.


Der Resilienz-Index der KyberBiom®-Diagnostik erfasst den ökologischen Zustand der Mikrobiota und damit ihre Fähigkeit, Störungen zu verkraften.

  • Ist der Index hoch, kann die Mikrobiota trotz schädigender Einflüsse wesentliche Strukturen und Funktionen aufrechterhalten.
  • Bei einem niedrigen Resilienz-Index ist die Ökologie der Mikrobiota dagegen gestört und schädigende Einflüsse können schnell zu klinischen Symptomen führen.

Um den Resilienz-Index berechnen zu können, deckt die KyberBiom®-Diagnostik weitere funktionelle Bereiche der intestinalen Mikrobiota ab. Zusätzlich zu den mikrobiellen Gruppen des KyberKompaktPRO weist die KyberBiom®-Diagnostik die ballaststoffabbauende und die neuroaktive Mikrobiota nach.


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FODMAP-Typ

Die KyberBiom®-Diagnostik weist eine weitere, therapeutisch hochrelevante Eigenschaft der Mikrobiota aus: den FODMAP-Typ.

Eine FODMAP-arme Diät kann angezeigt sein, wenn ein Patient unter Beschwerden wie Reizdarmsyndrom, Blähungen und verändertem Stuhlgang leidet.
Bei den FODMAPs handelt es sich um Zuckerarten, für die es im Darm keine geeigneten Verdauungsenzyme oder Transportsysteme gibt. Dazu gehören:

  • Fermentierbare Oligosaccharide wie Galacto-Oligosaccharide, Stachyose und Raffinose
  • Disaccharide wie Laktose
  • Monosaccharide wie Fruktose und (And)
  • Polyole wie Sorbit, Mannitol, Xylitol und Maltitol.

Da die Zucker nicht verdaut werden, gelangen sie unverändert in den Dickdarm. Dort wirken die Zucker osmotisch: Das ins Darmlumen einströmende Wasser verdünnt den Stuhl und beschleunigt die Darmpassage. Gleichzeitig erzeugen die Bakterien Gase, wenn sie die Zucker fermentieren. Das erhöht den Druck auf die Darmwand und löst Schmerzen aus.

Im Zuge einer FODMAP-Diät werden Lebensmittel mit einem hohen FODMAP-Gehalt zunächst komplett aus dem Speiseplan gestrichen. Allerdings hängt es von der Zusammensetzung der Mikrobiota ab, ob ein Patient von der Diät profitiert.[1] Nur bei Patienten vom FODMAP-Typ 3 und teilweise bei Patienten vom FODMAP-Typ 2 können die Verdauungsbeschwerden auf die unverdaulichen Zucker zurückgehen.
Leidet ein Patient vom FODMAP-Typ 3 unter Reizdarmbeschwerden, ist eine FODMAP-arme Diät für ihn erfolgsversprechend. Tritt im Laufe der Diät eine Besserung der Symptome ein, kann er einzelne FODMAP-haltige Lebensmittel wieder auf ihre Verträglichkeit testen. Bei Patienten vom FODMAP-Typ 1 ist die strenge Auslassdiät dagegen nicht angezeigt und die Compliance des Patienten wird nicht durch eine unnötige FODMAP-Karenz strapaziert.

  • FODMAP Typ 1:  Lebensmittel mit FODMAPs werden in der Regel gut vertragen. -> Eine FODMAP-arme Ernährung bringt keine Linderung bei Reizdarmbeschwerden.
  • FODMAP Typ 2:  Lebensmittel mit FODMAPs sind in geringem Maße tolerabel. -> Eine FODMAP-arme Ernährung sollte versucht werden.
  • FODMAP Typ 3:  Lebensmittel mit FODMAPs sollten gemieden werden. -> Eine FODMAP-arme Ernährung ist zur Linderung der Beschwerden angezeigt.

FODMAP-arme Diät bei Reizdarmpatienten

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Ballaststoffabbauende Mikrobiota

Die ballaststoffabbauende Mikrobiota unterstützt die mukonutritive Mikrobiota, indem sie komplexe Kohlenhydratstrukturen aufbricht. Gleichzeitig regt sie andere Bakterienarten dazu an, Ballaststoffe abzubauen.

Die ballaststoffabbauende Mikrobiota unterstützt die Arbeit der mukonutritiven Mikrobiota maßgeblich. Ist sie beeinträchtigt, steigt das Risiko für viele Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel das Metabolische Syndrom und Typ-2-Diabetes. Bifidobacterium adolescentis und Rumincoccus bromii sind Schlüsselbakterien der ballaststoffabbauenden Mikrobiota.

Die menschlichen Verdauungsenzyme können Ballaststoffe nicht abbauen. Auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt vergrößern die Ballaststoffe den Speisebrei, senken dessen Energiedichte und lassen den Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit weniger stark ansteigen. Der größere Darminhalt verstärkt den Druck auf die Darmwand und regt die Peristaltik an.
Doch erst die Darmbakterien sorgen für die volle gesundheitsfördernde Wirkung der Ballaststoffe, indem sie sie zum Schleimhautnährstoff Buttersäure verstoffwechseln.

Vor allem die Ballaststofftypen resistente Stärke und Oligofruktose werden bakteriell zu Buttersäure umgesetzt. Besonders die resistente Stärke hilft, die Insulinresistenz zu verringern, infektiöse Diarrhöen in den Griff zu bekommen und kolorektale Karzinome zu verhindern.[2]
Beim Primärabbau von resistenter Stärke und Oligofruktose nehmen Bifidobacterium adolescentis und Rumincoccus bromii eine Schlüsselstellung ein. Bifidobacterium adolescentis spaltet die kurzen Seitenketten der Polysaccharide ab und bildet daraus Milchsäure und Essigsäure. Faecalibacterium prausnitzii ist auf die Essigsäure angewiesen, um Oligosaccharide abbauen und daraus Buttersäure produzieren zu können.[3]
Ruminococcus bromii kann nicht nur selbst effektiv resistente Stärke verwerten, er regt auch andere Darmbakterien zum Abbau an. Dazu zählen Bifidobacterium adolescentis und die weniger effektiven Ballaststoffabbauer Eubacterium rectale und Bacteroides thetaiotaomicron. Ruminococcus bromii macht bei Gesunden etwa drei bis fünf Prozent der gesamten Mikrobiota aus.

Ist die ballaststoffabbauende Mikrobiota vermindert, geht der Abbau der Polysaccharide im Darm zurück. Damit verringert sich die Nährstoffzufuhr für Faecalibacterium prausnitzii und das Bakterium bildet in der Folge weniger Buttersäure. Deshalb kann es sinnvoll sein, Bifidobakterien zuzuführen oder ihr Wachstum zu unterstützen, um Faecalibacterium prausnitzii zu stärken.[4]


Neuroaktive Mikrobiota

Die neuroaktive Mikrobiota produziert γ-Aminobuttersäure (GABA), die über Rezeptoren im Darm auf die Darm-Hirn-Achse, das Immunsystem und das viszerale Schmerzempfinden wirkt.

Die neuroaktive Mikrobiota umfasst die Schlüsselbakterien Lactobacillus plantarum und Bifidobacterium adolescentis. Bifidobacterium adolescentis übt damit eine zweite wichtige Funktion neben der Stärkespaltung aus. Viele Stämme beider Bakterienarten erzeugen die neurologisch aktive Substanz γ-Aminobuttersäure – kurz GABA - in teils großen Mengen.[5] Produzieren Menschen und Mikroben die gleichen neuroaktiven Substanzen, bilden sie eine Art gemeinsame Sprache, die eine Kommunikation zwischen ihnen ermöglicht.


GABA-Rezeptoren sind im Gastrointestinaltrakt weit verbreitet.[6] Die neuroaktive Mikrobiota kann die Darm-Hirn-Achse deshalb in zweifacher Weise aktivieren. Die Neurone des enterischen Nervensystems (ENS) erkennen über die Rezeptoren bakteriell produzierte und oral aufgenommene GABA und leiten entsprechende Impulse über den Vagus-Nerv an das Gehirn weiter.
Parallel resorbiert das Darmepithel GABA ins Blut, das den Stoff zur Blut-Hirn-Schranke transportiert. Neueren Untersuchungen zufolge überschreiten kleine Mengen GABA die Blut-Hirn-Schranke.[7] So kann die enterale GABA die angstlösende, antidepressive Wirkung der zerebral produzierten GABA direkt unterstützen.

Die neuroaktive Mikrobiota ist ein wichtiger Modulator der Darm-Hirn-Achse und sie kann gesundheitsfördernde Aspekte über die im Darm produzierte GABA vermitteln.
GABA-Rezeptoren befinden sich aber auch auf vielen Immunzellen wie den dendritischen Zellen, Mastzellen und T-Zellen. Damit ist GABA auch an der Regulation von Immunprozessen beteiligt, indem sie zum Beispiel die Freisetzung pro-inflammatorischer Zytokine herunterreguliert.
Darüber hinaus wirkt GABA direkt im Darm: Sie kann die Darm-Motilität beeinflussen und viszeralen Schmerzen dämpfen.[6]

Die enterale GABA:

  • wirkt beruhigend und schmerzlindernd
  • beeinflusst das Immunsystem
  • senkt den Blutdruck
  • wirkt antidiabetogen
  • verbessert Lernen und Gedächtnis[8]

Therapeutische Konsequenz

Sind die Anzahlen der Schlüsselbakterien einzelner funktioneller Bereich erniedrigt, lässt sich über verschiedene Maßnahmen gegensteuern.

Dazu zählen:

  • eine Ernährung, die die Schlüsselbakterien fördert.
  • die Gabe prebiotischer Stoffe, um das Wachstum der Bakterien anzuregen.
  • die Gabe probiotischer Nahrungsergänzungs- und Arzneimittel.
  • die Gabe von Buttersäure zur Schleimhauternährung.

Zum Befund können Sie individuelle Ernährungs- und Therapieempfehlungen für Ihre Patienten anfordern. Bei Fragen steht Ihnen unsere medizinische Hotline aus erfahrenen Ärzten und Heilpraktikern zur Seite. Zur Hotline


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