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Arteriosklerose-Risiko • mikrooek.de

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Arteriosklerose-Risiko durch TMA-bildende Darmbakterien

Systemisches Trimethylamin-N-oxid (TMAO) ist ein Schlüsselmolekül der Pathogenese kardiovaskulärer Erkrankungen: Es beeinflusst den Cholesterin- und Gallensäurestoffwechsel und treibt Entzündungen der Gefäßwand voran. Darmbakterien bilden aus der Nahrung den Vorläufer TMA, den Leberenzyme rasch zu TMAO oxidieren.

Unsere neue Diagnostik Risikoabschätzung Arteriosklerose erfasst die TMA-bildenden Enzyme der intestinalen Mikrobiota auf Gen-Ebene und gibt damit Aufschluss über die Plaquebelastung der Gefäße durch TMA aus dem Darm.

Studien zur atherogenen Wirkung

Eine aktuelle klinische Studie hat die atherogene Wirkung von TMAO erneut bestätigt: Sie untersuchte bei mehr als 2.000 Patienten aus zwei unterschiedlichen Kohorten in der Schweiz und den USA die Zusammenhänge zwischen TMAO-Spiegeln und kardiovaskulären Ereignissen. Die Probanden hatten sich mit Verdacht auf akutes Koronarsyndrom vorgestellt. In beiden Kohorten konnten die TMAO-Spiegel kurz- und langfristige Risiken für schwere kardiale Komplikationen vorhersagen. Dabei waren die TMAO-Spiegel bei den amerikanischen Patienten insgesamt höhere als bei den schweizerischen Patienten, in der Folge traten bei den Amerikanern häufiger Komplikationen auf.

Bereits 2013 wiesen Ärzte einen Zusammenhang zwischen hohen TMAO-Spiegeln im Plasma und kardiovaskulären Ereignissen innerhalb der nächsten drei Jahre nach. In einer weiteren Studie von 2014 untersuchten sie Patienten mit Herzinsuffizienz. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen hatten sie erhöhte TMAO-Plasmaspiegel. Dabei waren hohe TMAO-Spiegel (> 8,51 μM) mit einer signifikant höheren Mortalität assoziiert als relativ niedrige Spiegel (< 3,03 μM).

Cholesterin-Anreicherung und Schaumzellbildung

Untersuchungen an Mäusen zu den kausalen Zusammenhängen zwischen TMA, TMAO und Arteriosklerose haben gezeigt: Die Gabe von Cholin oder TMAO fördert die Schaumzell-Bildung in der Arterienwand und der Peritonealhöhle.
Eine TMAO-, Cholin oder L-Carnithin-haltige Diät erhöhte außerdem die Spiegel der Scavenger-Rezeptoren, die an der Cholesterin-Anreicherung und der Bildung von Schaumzellen beteiligt sind. In der Arterienwand, der Leber und dem Darm veränderte sich der Sterolstoffwechsel.
Speziell das TMAO kann außerdem Entzündungen vorantreiben, indem es pro-inflammatorische Proteine wie das IL-6 aktiviert. Ob es darüber hinaus die Wundheilung behindert, wird derzeit noch diskutiert.

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