FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Norovirus GI/GII

Noroviren sind weltweit verbreitet und hoch ansteckend. Sie gehören - wie die Sapoviren - zur Familie der Caliciviridae.

Noroviren sind nach den Rotaviren die zweithäufigste Ursache akuter Gastroenteritiden. Bei Kindern sind sie für etwa 30 Prozent, bei Erwachsenen für bis zu 50 Prozent der nicht-bakteriellen Gastroenteritiden verantwortlich. Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 70 Jahren sind besonders häufig betroffen. Deshalb treten Norovirus-Infektionen oft in Kindertagesstätten, Senioren-Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern auf.

In den Monaten Oktober bis März häufen sich die Erkrankungen.


Pathogenese und Symptomatik

Die Pathogenese aufzuklären ist schwierig, da Noroviren sich nicht in Zellkulturen anlegen lassen. Wahrscheinlich binden sie an Epithelzellen des Dünndarms und vermehren sich dort, was vermutlich die resorptive Oberfläche verringert2,3.

Die Viren verursachen meist akut beginnende Gastroenteritiden mit starken Durchfällen und schwallartigem Erbrechen. Selten treten beide Symptome einzeln auf.
In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit abdominalen Schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit. Leichtes Fieber tritt auf, hohes Fieber ist dagegen selten. Die Symptome halten bei ansonsten gesunden Menschen zwölf bis 48 Stunden an. Auch leichtere oder asymptomatische Verläufe sind möglich1.


Übertragung

Der Mensch ist die einzige bekannte Infektionsquelle. Der Nachweis bei Schweinen, Katzen und Kaninchen steht derzeit in keinem erkennbaren Zusammenhang mit Erkrankungen beim Menschen.

Stuhl und Erbrochenes eines erkrankten Menschen enthalten große Virenmengen, die sich fäkal-oral von Mensch zu Mensch übertragen - durch direkten Kontakt mit dem Stuhl infizierter Menschen und indirekt über fäkal kontaminierte Oberflächen. Auch die virushaltigen Tröpfchen, die beim schwallartigen Erbrechen entstehen, können eine Infektion auslösen. So kann sich das Virus rasch ausbreiten. Bereits zehn Viruspartikel reichen für eine Infektion aus.

Eine Infektion ist auch über kontaminierte Lebensmittel möglich. Salate und Muscheln können zum Beispiel Novoviren enthalten. Novoviren auf fäkal kontaminierten, tiefgekühlten Erdbeeren aus China verursachten 2012 den größten lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch in Deutschland mit etwa 10.000 Betroffenen.

Das Enteropathogene-Erreger-Panel weist das Virus schnell und zuverlässig nach. Die Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig4.


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