Candida, Pilze

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Vaginale Candida-Infektionen nachweisen

Die Vaginalmykose ist die zweithäufigste vaginale Infektionskrankheit - nach der bakteriellen Vaginose.1 Für Pilzinfektionen im Vaginalbereich sind meist Hefepilze der Gattung Candida verantwortlich:

  • Candida albicans verursacht 80 bis 90 Prozent der Vaginalmykosen1,2,
  • Candida glabrata nur 2 bis 5 Prozent2 und 
  • Candida krusei 1 bis 2 Prozent2 der Candidainfektionen.

Ganz selten verursacht Saccharomyces cerevisiae Symptome. 

Bei etwa Dreiviertel der Frauen tritt die Erkrankung einmal im Leben auf, sechs bis neun Prozent leiden jedoch unter einer rezidivierenden Vaginalmykose.3 Die Symptome sind:

  • gerötete und geschwollene große und kleine Schamlippen
  • Juckreiz, zum Teil sehr stark
  • dicklich weißer oder wässriger, leicht riechender Ausfluss möglich
  • dicke weißliche Beläge auf der Vaginalschleimhaut
  • Probleme bei der Harnentleerung. 

Risikofaktoren für eine Vaginalmykose

Hefepilze können zwar auch bei gesunden Frauen die Vagina in geringer Zahl besiedeln, aber eine stabile vaginale Mikrobiota hält sie effektiv in Schach.3 Dafür bildet die Mikrobiota zum Beispiel Laktat und Wasserstoffperoxid (H2O2) und regt die vaginalen Epithelzellen an, Defensine zu bilden. Bei den Defensinen handelt es sich um körpereigene Antibiotika, die das Wachstum von Candida albicans hemmen.5 

Systemische Antibiotika-Therapien, Vaginalduschen und häufiger Geschlechtsverkehr können die Laktobazillen-dominierte Vaginalflora zurückdrängen und dadurch die natürliche Wachstumshemmung der Hefepilze beeinträchtigen. Ein erhöhter Östrogen- und Progesteronspiegel, wie er in der Schwangerschaft auftritt, Diabetes mellitus und eine Immunsuppression können die Vermehrung von Candida ebenfalls begünstigen.1,4


Diagnostik wichtig, um Rezidive zu vermeiden

Nicht selten stufen Patientinnen Beschwerden wie Jucken, Brennen und leicht riechenden Ausfluss als Candida-Infektion ein und behandeln eigenständig, ohne ihren Arzt zurate zu ziehen. Dabei leiden nur 35 bis 40 Prozent der Frauen mit genitalem Juckreiz tatsächlich an einer Pilzinfektion im Genitalbereich.

Gerade bei immer wiederkehrenden Beschwerden im Vaginalbereich ist es deshalb wichtig, Candida-Infektionen von anderen Infektionserkrankungen abzugrenzen. Nur so lässt sich zielgerichtet therapieren und Rezidiven vorbeugen. 
Mikroskopisch ist eine Candida-Infektion nicht immer sicher nachweisbar. Wie eine wissenschaftliche Studie zeigte, kommt es bei bis zu 77 Prozent der Fälle zu Fehldiagnosen.4  

Verlässlich lässt sich eine Vaginalmykose über die VaginalStatus-Diagnostik erkennen. Die VaginalStatus-Diagnostik gibt zusätzlich zum Befund detaillierte Therapieempfehlungen - nicht nur für Antimykotika, sondern auch für wirksame ätherische Öle. Die Wirksamkeit der Öle wird im Aromatogramm getestet.


Reinfektion als Ursache

Rezidivierende Vaginalmykosen können auf eine Candidainfektion des Partners zurückgehen, da sich der Pilz beim Geschlechtsverkehr übertragen kann. 
Beim Mann führt Candida zu einer Entzündung der Eichel und des inneren Vorhautblattes. Auf der Eichel zeigen sich Bläschen, die platzen und ineinander fließen können. Aufschluss über eine Candidainfektion beim Mann gibt der UrogenitalStatus

Außerdem kann Candida immer wieder in den Vaginalbereich übersiedeln, wenn sich die Hefepilze im Verdauungstrakt stark vermehrt haben. Eine übermäßige Candida-Besiedlung im Darm zeigt die KyberKompakt-Diagnostik an.


Literatur:

  1. Lopez J. E. M., 2015: Candidiasis (vulvovaginal). BMJ Clin Evid 03: 815.
  2. Mendling W. et al., 2016: Use of locally delivered dequalinium chloride in the treatment of vaginal infections: a review. Arch Gynecol Obstet: 293:469.
  3. Jang S. J., 2019: Vaginal lactobacilli inhibit growth and hyphae formation of Candida albicans. Scientific Reports 9: 8121.
  4. Schwiertz A., 2006: Throwing the dice for the diagnosis of vaginal complaints? Annals of Clinical Microbiology and Antimicrobials 5:4.
  5. Rizzo, A. et al.  Lactobacillus crispatus modulates epithelial cell defense against Candida albicans  through Toll-like receptors 2 and 4, interleukin 8 and human beta-defensins 2 and 3. Immunol. Lett. 2013; 156:102.

 

 


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