Für Ärzte und Therapeuten

Vaginale Candida-Infektionen nachweisen

Für Pilzinfektionen im Vaginalbereich sind meist Hefepilze der Gattung Candida verantwortlich. Zu etwa 90 Prozent handelt es sich dabei um Candida albicans, seltener um Candida glabrata oder Candida krusei, ganz selten um Saccharomyces cerevisiae.
Auch bei gesunden Frauen können Hefepilze in geringer Zahl die Vagina besiedeln, der saure pH-Wert hindert sie aber an der Vermehrung. Ist die typische Vaginalflora aus Michsäurebakterien gestört, können sich die Hefepilze ausbreiten. Ein hoher Östrogenspiegel wie in der Schwangerschaft oder hohe Zuckerspiegel wie bei Diabetes oder durch eine zuckerreiche Ernährung begünstigen die Vermehrung der Hefepilze. Weißer, leicht riechender Ausfluss, zum Teil starker Juckreiz und Probleme bei der Harnentleerung sind typisch für solche Infektionen. Die großen und kleinen Schamlippen sind dabei gerötet und geschwollen und auf der Vaginalschleimhaut befinden sich dicke weißliche Beläge. Bei der Frau lässt sich eine Candidainfektion verlässlich über den VaginalStatus nachweisen.

Damit es nicht zu Fehlbehandlungen kommt, ist es wichtig, eine Candida-Infektion von einer Vaginose ohne Pilzbeteiligung abzugrenzen. Nicht selten werden Beschwerden wie Jucken, Brennen und leicht riechender Ausfluss automatisch als Candida-Infektion eingestuft und behandelt - oft von der Patientin selbst, ohne einen Arzt zurate zu ziehen. Dabei leiden laut S2k-Leitlinie zur Vulvovaginalkandidose1 nur 35 bis 40 Prozent der Frauen mit genitalem Juckreiz tatsächlich an einer Pilzinfektion im Genitalbereich.

Gerade bei immer wiederkehrenden Beschwerden im Vaginalbereich ist es jedoch wichtig, eine vaginale Candida-Infektion nachzuweisen, um entsprechend therapieren zu können. Die VaginalStatus-Diagnostik gibt zusätzlich zum Befund detaillerte Therapieempfehlungen - nicht nur für Antimykotika, sondern auch für wirksame ätherische Öle. Die Wirksamkeit der Öle wurde im Aromatogramm getestet.

Beim Mann führt Candida zu einer Entzündung der Eichel und des inneren Vorhautblattes. Auf der Eichel zeigen sich Bläschen, die platzen und ineinander fließen können. Aufschluß über eine Candidainfektion beim Mann gibt der UrogenitalStatus.
Da es über den Geschlechtsverkehr möglich ist, sich gegenseitig anzustecken, sollten bei einer Hefepilzinfektion beide Partner in Diagnostik und Behandlung einbezogen werden.

Immer wiederkehrende Mykosen im Genitalbereich können auf eine Hefepilzbesiedelung im Verdauungstrakt hindeuten. Darüber gibt der KyberMyk Auskunft.

 


1)  S2k-Leitlinie Vulvovaginalkandidose. Stand 12/2013. AWMF online 015/072. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-072.html

 


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