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Weizen, Darm,Genspirale,

FÜR ÄRZTE UND THERAPEUTEN

Weizenabhängige Erkrankungen richtig einordnen

Weizen ist in Deutschland Bestandteil von fast jeder Mahlzeit. Weizenabhängige Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Völlegefühl nehmen allerdings zu. 
Nach heutigem Stand der Wissenschaft sind ausschließlich immunologische Reaktionen wie Zöliakie, Weizenallergie und Weizensensitivität für die weizenabhängigen Beschwerden verantwortlich.

Vor Beginn einer diätetischen Maßnahme ist es wichtig, die Ursachen zu klären, um zum Beispiel eine Zöliakie sicher nachweisen zu können und um nicht unnötig auf Lebensmittel zu verzichten. Unser dreistufiges Diagnostikkonzept klärt die Ursachen der Beschwerden verlässlich ab und ermöglicht eine passgenaue Therapie:


Zöliakie - eine Autoimmunreaktion

Die Zöliakie basiert auf einer allergischen Reaktion gegen Bestandteile des Glutens, die sich zu einer Autoimmunreaktion ausweitet. Gluten befindet sich in vielen Getreidesorten, allerdings unterscheiden sich die Glutene der einzelnen Getreidesorten leicht voneinander. Hauptauslöser der Zöliakie ist der Glutenbestandteil des Weizens: das Gliadin.

Nach der Sensibilisierungsphase zeigen sich im Serum zunächst IgG- und IgA-Antikörper gegen Gliadin. Das Gliadin kann mit dem Gewebsenzym Transglutaminase einen Komplex bilden und damit die Immunogenität des Gliadins auf das körpereigene Enzym übertragen. Dadurch entsteht eine Autoimmunreaktion, die sich gegen das Endomysium richtet - eine Gewebeschicht um die glatte Muskulatur des Darms. Im Vollbild der aktiven Erkrankung atrophieren die Darmzotten und die intestinale Resorption ist gestört.

Formen der Zöliakie

Bei der aktiven Zöliakie rufen bereits Spuren glutenhaltiger Nahrungsmittel akute abdominale Symptome hervor. Die Zöliakie entwickelt sich früh, oft schon einige Monate nach dem Abstillen. Typisch sind Malabsorptionssymptome: chronischer Durchfall, Wachstumsstörung, Appetitlosigkeit, Übelkeit und aufgeblähter Bauch. Extraintestinale Symptome wie Leberwerterhöhungen, Depressionen, gynäkologische Probleme und Osteoporose nehmen allerdings zu.

Sekundärer Laktasemangel und malabsorptionsbedingte Mangelerscheinungen - insbesondere die mikrozytäre Anämie - sind Komplikationen der Zöliakie. Eine Spätkomplikation ist außerdem ein T-Zell-Lymphom des Dünndarms.

Bei der silenten Zöliakie sind den Patienten keine Beschwerden bewusst, die Erkrankung wird anhand der Antikörper zufällig entdeckt. Aber auch bei diesen Patienten bessern sich oft die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nach Beginn einer glutenfreien Ernährung.

Bei der latenten Zöliakie sind die serologischen Marker positiv, die Darmbiopsie bleibt jedoch unauffällig. Bei Patienten mit latenter Zöliakie können sich im Dünndarm manifeste Schäden entwickeln, wenn sie sich nicht glutenfrei ernähren.


Erbliche Einflüsse und Erkrankungsalter

Die Gene HLA-DQ2 und HLA-DQ8 Es vermitteln eine erbliche Prädisposition für Zöliakie. 30 Prozent der Bevölkerung tragen mindestens eines der beiden Gene, doch nur zwei Prozent erkranken an Zöliakie. Ist keines der beiden Gene nachweisbar, kann eine Zöliakie mit fast hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden.

Ist jedoch mindestens eines der beiden Gene vorhanden, kann die Zöliakie in jedem Alter ausbrechen. Kommen mehrere Störfaktoren zusammen wie die Besiedlung mit Candida albicans und ein durchlässiges Darmepithel, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch.

Die Bestimmung von HLA-DQ2/DQ8 ist vor allem sinnvoll bei:

  • Patienten mit nicht eindeutig positiver Zöliakieserologie (speziell bei Kindern)
  • zweifelhaften Dünndarmbiopsieergebnissen
  • Patienten mit familiärer Zöliakieanamnese
  • Patienten unter glutenfreier Diät mit nicht eindeutiger Diagnose

Weizensensitivität

Eine Weizensensitivität kann auf Lektine und auf Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) zurückgehen. Beides sind Proteine, die die Pflanze vor Insektenfraß und Parasiten schützen. Eine weitere Ursache kann eine FODMAP-reiche Ernährung sein. Ob FODMAPs Beschwerden auslösen, hängt von der Mikrobiota im Darm ab. 

Während ATIs als Ursache einer Weizensensitivität nicht verlässlich nachgewiesen werden können, lassen sich Antikörper detektieren, die der Körper gegen Lektine gebildet hat.

Die Lektine sitzen direkt unter der Schale des Weizenkorns, entsprechend enthält eine vollkornreiche Ernährung besonders viele Lektine. Dem menschlichen Körper können die Lektine schaden, indem sie an Zellmembranen binden; deshalb werden sie auch als Agglutinine bezeichnet. Unsere Verdauungsenzyme greifen das Lektin nicht an, es widersteht außerdem Säure und Hitze. Haben die Lektine den Dünndarm erreicht, können sie an Mukosa und Immunzellen binden und in der Folge Entzündungen und ein Leaky-Gut-Syndrom hervorrufen1. Darmferne Symptome wie Müdigkeit, Ekzeme und Muskelschmerzen können ebenfalls auftreten.

Eine Weizensensitivität lässt sich über erhöhte Mengen der Weizenkeim-Agglutinin(WGA)-IgG-Antikörper nachweisen.


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