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Darmkrebsvorsorge: Wann ist welche Vorsorgeuntersuchungen wichtig? • mikrooek.de

HAUSÄRZTLICHE VERSORGUNG

Zur Darmkrebsvorsorge: ab wann?

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 60.000 Menschen neu an Darmkrebs. Zwar ist die Zahl in den letzten zehn Jahren gesunken, da immer mehr Menschen die Darmkrebsvorsorge nutzen. Aber es ließen sich wesentlich mehr Todesfälle vermeiden, wenn sich alle rechtzeitig mit dem Thema beschäftigen würden. Denn: rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs heilbar!

Darmspiegelung als optimale Darmkrebsvorsorge

Die Dickdarmuntersuchung mit einem Endoskop heißt Koloskopie. Per Abführmittel wird der Darm entleert. Damit wird in der Regel am Vortag begonnen. Vereinzelt wird dies jedoch auch erst am Tage der Spiegelung von Ärzten empfohlen. Dann kann der untersuchende Arzt den biegsamen Schlauch (Durchmesser etwa 10 bis 13 Millimeter) mit einer kleinen Kamera am Ende über den After in den Dickdarm einführen. Vorher erhält der Patient eine leichte Narkose, damit er die Untersuchung „verschläft“ und keine unangenehmen Empfindungen wahrnimmt. Wie nach allen Narkosen darf er danach nicht selbst Auto fahren.

Vorteil der Darmspiegelung: Der Arzt kann nicht nur krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut erkennen, sondern sogar - schmerzfrei - eine kleine Gewebeprobe entnehmen, die er gezielt untersuchen kann. Außerdem kann er Polypen – gutartige Wucherungen der Schleimhaut – in den meisten Fällen sofort entfernen, bevor sie sich in Tumore umwandeln können.

Aber nur 20 bis 30 Prozent der Berechtigten nutzen das Angebot zur Darmkrebsvorsorge.

Stuhltests können bereits Vorstufen aufdecken

Wer beispielsweise aus Angst vor Schmerzen, der lästigen Vorbereitung mit dem Abführmittel oder Scham keine Darmspiegelung durchführen lassen möchte, sollte zumindest die Darmkrebsvorsorge per Stuhltest in seinem Terminkalender einplanen. Verschiedene Tests stehen dabei zur Auswahl:

  • Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl
    Die meisten Tumore, aber auch
    bereits deren Vorstufen – also Polypen und sogenannte Adenome – bluten. Dabei setzen sie den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, frei. Nicht immer kann das bloße Auge die Blutspuren erkennen, deshalb gibt es Tests auf verborgenes Blut im Stuhl. Seit 1. April 2017 sind dafür die zuverlässigeren immunologischen Tests im Programm, die speziell auf menschliches Hämoglobin reagieren. Falsch-positive Ergebnisse durch Blut aus tierischen Lebensmitteln sind dadurch ausgeschlossen.

  • Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe im Stuhl
    Sitzen die Krebsvorstufen und Tumore sehr weit oben im Dickdarm, also auf der rechten Bauchseite, hat der freigesetzte Blutfarbstoff einen weiten Weg durch den Darm, bei dem er zersetzt werden kann. Ein Teil des Hämoglobins bindet allerdings an ein Transporteiweiß, das Haptoglobin. Die Hämoglobin-Haptoglobin-Komplexe sind stabiler, deshalb weist der Hämoglobin-Haptoglobin-Test zuverlässiger Blutungen in höhergelegenen, rechtsseitigen Dickdarmabschnitten nach.

  • M2-PK-Stuhltest
    Wenn Polypen und Tumore nicht bluten, können die beiden genannten Tests sie nicht erfassen. Dafür gibt es den M2-PK-Stuhltest, der ein typisches Enzym von Tumorzellen - also von Polypen, Adenomen und Krebszellen - nachweist. Das Enzym Pyruvatkinase ist für den Energiestoffwechsel von Zellen wichtig. Bei tumorös veränderten Zellen liegt es als Tumor M2-Pyruvatkinase vor.

Positive Ergebnisse der Vorsorgetests sollten Betroffene auf alle Fälle durch eine Darmspiegelung abklären lassen. Nicht immer verbergen sich Tumore und ihre Vorstufen dahinter. Manchmal handelt es sich beispielsweise auch um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder ganz einfach um blutende Hämorrhoiden.

Darmkrebsvorsorge – ab wann?

Seit 2002 bezahlen die Krankenkassen für ihre Versicherten ab 55 Jahren zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren. Wer ein erhöhtes familiäres Risiko hat, weil Verwandte ersten Grades – also Eltern oder Geschwister – an Darmkrebs erkrankt sind, bekommt bereits früher eine Darmspiegelung bezahlt. Zurzeit diskutieren Fachleute, die Altersgrenze auf 50 Jahre zu senken – zumindest bei Männern, bei denen in der Regel früher Darmkrebs auftritt als bei Frauen.

Gesetzlich Versicherten bezahlen die Krankenkassen den Test auf verstecktes Blut im Stuhl – also den immunologischen fäkalen Okkultbluttest (iFOBT) - ab 50 Jahren einmal jährlich, ab 55 Jahren alle zwei Jahre, wenn die Koloskopie vom Patienten abgelehnt wird.

Private Krankenkassen übernehmen oftmals auch die beiden anderen Tests.

Dank der Vorsorgeuntersuchungen haben weniger Menschen über 55 Jahre Darmkrebs. Bei jüngeren Menschen steigt dagegen die Zahl der Betroffenen. Deshalb ist es sinnvoll, bereits ab 45 Jahren mit den Stuhltests zu beginnen. Wer familiär vorbelastet ist, sollte noch früher mit der Darmkrebsvorsorge anfangen.


Weitere Informationen

Institut für Mikroökologie

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