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Nachbericht Fachtagung 2016 • mikrooek.de

Für Ärzte und Therapeuten

Nachbericht Fachtagung 2016

Mikrobiom-Diagnostik: Ein Mikrokosmos mit Potential

Weltweit erforschen Wissenschaftler derzeit die intestinale Mikrobiota - die Gesamtheit der Mikroben im menschlichen Darmtrakt. Sie wird auch als intestinales Mikrobiom bezeichnet, der Begriff zielt jedoch im engeren Sinn auf die Gesamtheit der mikrobiellen Gene ab.

Immer mehr - vor allem chronische - Erkrankungen bringen Wissenschaftler mit einem Ungleichgewicht der intestinalen Mikrobiota in Zusammenhang. Auch im Praxisalltag ist das Thema angekommen.

Auf der 4. Fachtagung des Instituts für Mikroökologie am 15. Oktober 2016 in Herborn stellten Wissenschaftler und Ärzte aktuelles Wissen aus der Mikrobiomforschung vor und diskutierten dessen Bedeutung für die Praxis. Im Folgenden finden Sie die Nachberichte zu den Vorträgen:

Bakterien maskieren menschliches Erbgut

Der Vortrag von Dr. Torsten Plösch vom University Medical Center Groningen betrachtete die Epigenetik aus mikrobieller Sicht. Untersuchungen belegen: Zwischen Umweltfaktoren in der frühkindlichen Entwicklung und der späteren Gesundheit gibt es einen Zusammenhang. Das ist vor allem hinsichtlich perinataler Ernährung und dem Risiko für Adipositas gut untersucht. Forscher diskutieren epigenetische Modifikationen als eine der möglichen Mechanismen. Eine veränderte Mikrobiota im Darm könnte demnach über ihre Stoffwechselprodukte das menschliche Epigenom verändern... weiterlesen

Antibiotika – der Tod der Mikrobiota?

Dr. Folke Schmidt ist Facharzt für Urologie und betreibt eine eigene Praxis in Obertshausen bei Frankfurt am Main. Auf der 4. Fachtagung für Mikroökologie am 15. Oktober 2016 in Herborn sprach Schmidt über die Auswirkungen von Antibiotika auf die Zusammensetzung der Darmflora. Wie wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen, verändern Antibiotikagaben die Darmflora nachhaltig... weiterlesen

Die Mikrobiota bei Anorexia nervosa-Patienten

Die derzeitige Behandlung der Magersucht basiert vor allem auf Psychotherapie. Etwa die Hälfte der Patienten wird langfristig wieder gesund. Dr. Isabelle Mack vom Universitätsklinikum Tübingen stellte während der Fachtagung Erkenntnisse zur Mikrobiota vor, die zu neuen Therapie-Ansätzen und damit zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen können... weiterlesen

Morbus Alzheimer und das Darm-Mikrobiom

Der Nervus vagus verbindet Darm und Gehirn und ermöglicht einen Informationsaustausch zwischen beiden Nervensystemen. Aktuelle Veröffentlichungen zeigen: Einerseits setzt die Mikrobiota im Darm Neurotransmitter und andere Stoffwechselprodukte frei, die über den Vagusnerv auf die Gehirnfunktionen einwirken können. Andererseits haben neurologische Erkrankungen und psychische Störungen möglicherweise einen direkten Einfluss auf das autonome neuronale Netzwerk im Darm. Dr. Kristina Endres von der Universitätsmedizin Mainz hat an Mäusen untersucht, in welchem Zusammenhang Darmflora und Morbus Alzheimer stehen... weiterlesen

Die Darm-Hirn-Achse

Burnout ist eine totale Erschöpfung, die dem Betroffenen die Lebensqualität nimmt und seine Arbeitsfähigkeit stark einschränkt. Dr. Peter Vill, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde in Erlangen, stellte auf der 4. Fachtagung für Mikroökologie die Kasuistik eines Burnout-Patienten vor... weiterlesen


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