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Jubiläum

30 Jahre am Institut für Mikroökologie

Renate Wind verabschiedet sich von Drs. Volker und Kerstin Rusch

Viel gelernt – nicht nur Fachliches, sondern auch Zwischenmenschliches

Renate Wind konnte am 1. August 2011 auf ihre dreißigjährige Betriebszugehörigkeit am Institut für Mikroökologie zurückschauen. Ihr Arbeitsverhältnis endet Ende Dezember, offiziell wurde sie am 19. Dezember in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Nach einem Urlaub im Jahr 1981 fand Renate Wind in einer schon eine Woche alten Zeitung eine Stellenausschreibung des Instituts für Mikroökologie. Ein Anruf, eine persönliche Vorstellung und sie konnte zwei Tage später anfangen.



So stand sie am Montag, den 2. August 1981, mit zwei neuen Kolleginnen pünktlich in den alten Laborräumen hinter der heutigen Dillapotheke. Mit 32 Jahren war sie damals eine der ältesten der etwa 20 Mitarbeiter des Instituts. „Damals gab es nur einen Computer, der von und für die Buchhaltung genutzt wurde. Die Laboraufträge und Patientenbefunde wurden in großen Karteischränken gelagert und mussten täglich neu sortiert werden“, erinnert sich Renate Wind. Die Namensetiketten für die Autovaccine – ein Medikament aus patienteneigenen Bakterienstämmen – wurden damals von den Labormitarbeiterinnen mit der Schreibmaschine geschrieben und anschließend mit Tapetenkleister auf die Autovaccine-Flaschen geklebt. Auch die hygienischen Voraussetzungen bei der Autovaccineherstellung waren im Gegensatz zu heute abenteuerlich. „Es gab zwar eine Sterilbank“, erzählt Renate Wind, „aber darunter fand man gelegentlich auch eine Kaffeetasse oder ein Frühstücksbrot“. Auch das Miteinander kam nicht zu kurz: montags gab es im Aufenthaltsraum mit den gemütlichen ausrangierten Flugzeugsesseln Kartoffelsalat und anschließend Kaffeestückchen. „Die Frühstückspause wurde dann schon mal auf drei Stunden ausgedehnt“, so Renate Wind.

Ende der achtziger Jahre begann dann zusätzlich zur Laborarbeit die Messestandbetreuung für die Firma SymbioPharm. Häufig war sie am Wochenende für SymbioPharm unterwegs und an den Werktagen wurde im Labor gearbeitet. Ihre Familie hat sie dabei oft entbehren müssen. Mitte der neunziger Jahre reduzierte sich dann die Messetätigkeit, dafür nahm die Arbeit als Abteilungsleiterin der Mikrobiologie immer mehr Zeit in Anspruch. Damals kamen etwa 1000 Proben täglich im Institut an, die von den Mitarbeiterinnen bearbeitet werden mussten.

Ende 2008 gab Renate Wind dann die Abteilungsleitung an eine jüngere Kollegin ab und reduzierte ihre Wochenarbeitszeit.

Aus den zwei bis drei Jahren, die sie anfangs arbeiten wollte, sind 30 Jahre geworden. 30 Jahre, in denen sie sehr viel gelernt hat - nicht nur Fachliches, sondern auch viel Zwischenmenschliches. Eine Zeit, in der sie einige Tiefen, aber viel mehr Höhen miterlebt hat, und die sie nicht missen möchte. Sie ist froh und dankbar, dass sie während ihrer Zeit als Abteilungsleiterin die Geschicke des Instituts und der Firma SymbioVaccin mit gestalten durfte.

Aber sie hat auch gelernt, dass man ab einem bestimmten Alter nicht mehr so leistungsfähig ist und dann die Verantwortung besser an Jüngere überträgt.

Edith Dohn: Verabschiedet in den Ruhestand

Dr. Kerstin Rusch (links) verabschiedet Edith Dohn

Nach 15 Jahren am Institut für Mikroökologie in Herborn geht Edith Dohn am Ende 2011 in den Ruhestand. Für Edith Dohn war Routine, was viele nur aus dem Fernsehen kennen: sie arbeitete in einem Reinraum, der nur über eine Schleuse betreten werden kann. Dort zog sie sich komplett um, um dann in einem sterilen Anzug mit Mundschutz und Handschuhen die Autovaccinen herzustellen. Autovaccinen sind Arzneimittel, die individuell aus den Bakterien des Patienten hergestellt werden.

Eigentlich hatte Edith Dohn im baden-württembergischen Riedlingen Apothekenhelferin gelernt. Nach ihrem Umzug nach Hessen und einer Umschulung durch das Arbeitsamt zur Büroangestellten erfuhr sie von einer Bekannten, dass das Institut für Mikroökologie Arbeitskräfte im Labor suchte. Sie stellte sich vor und konnte schon nach zwei Tagen anfangen. Im Institut durchlief sie fast alle Laborabteilungen, bevor sie in die Herstellung der Autovaccinen wechselte.

„Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Edith Dohn. „Ich habe so viel Schönes erleben dürfen, hatte  einen sehr sozial eingestellten Arbeitgeber und nette Kollegen, die ich sehr vermissen werde.“ Gerne steht sie dem Institut deshalb noch als Urlaubs- und Krankheitsvertretung zur Verfügung.

Explosion und Christstollen

25 Jahre am Institut für Mikroökologie

Ursula Seibert begann ihre Tätigkeit als Arzthelferin im Institut für Mikroökologie am 1. April 1986.

Zuvor hatte sie den Beruf beim Augenarzt Dr. Jochen Schmidt in Herborn gelernt und mehrere Jahre bei ihm gearbeitet.

Zu Beginn ihrer Arbeit befand sich das Institut noch in den alten Gebäuden am Kornmarkt. Zu zweit stellte sie mit einer Kollegin manuell  Autovaccinen her. Autovaccinen sind Individualarzneimittel aus körpereigenen Bakterien, die speziell für den Patienten aufbereitet werden. „Damals waren wir im Labor noch ein kleiner Kreis von zwölf Kollegen“, erinnert sich Ursula Seibert. Die Arbeit war schon damals sehr abwechslungsreich. Um die Weihnachtszeit sandte vor vielen Jahren ein Patient seine Stuhlprobe zusammen mit einem Christstollen ein. Im Sommer kam es wegen der großen Hitze sogar einmal zur Explosion einer im Briefkasten eingereichten Stuhlprobe.

Nachdem Ursula Seibert einige Zeit im Labor tätig gewesen war, wechselte sie ins Abrechnungswesen. Viele Laborleistungen konnten damals noch über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden und so bearbeiteten sechs Kollegen 35.000 Überweisungsscheine pro Quartal mit der Hand.

Im Jahr 1991 ging Ursula Seibert nach der Geburt ihrer Tochter in Erziehungsurlaub. In dieser Zeit hat Ursula Seibert von zu Hause aus gearbeitet. Ihr Wiedereinstieg nach eineinhalb Jahren war einfacher als sie gedacht hatte. Nach vielen Jahren Einsatz im Abrechnungswesen wechselte sie zunächst in den Empfang. Dort war sie für alle eingehenden Telefonate zuständig, betreute die Seminarräume und begrüßte die Gäste des Instituts für Mikroökologie. Im Jahr 2008 übernahm sie im Service-Center ihren heutigen Arbeitsplatz. Sie pflegt Kundenkontakte und erledigt die Nachbearbeitung von Seminaren.

Ursula Seibert ist seit 25 Jahren Mitarbeiterin am Institut für Mikroökologie. In der Firma hat sich einiges geändert, aber die Mitarbeiter stehen immer noch an erster Stelle. Einen großen Dank spricht Ursula Seibert der Geschäftsleitung auch für ihre Großzügigkeit aus. Zweimal wöchentlich werden Obstkisten geliefert, aus denen sich die Mitarbeiter kostenlos bedienen können. Kaffee, Tee und kalte Getränke stehen ebenfalls bereit. Diese Zuwendungen sind nicht selbstverständlich, betont Ursula Seibert.

Von Luftpost und Sektkorken

Dr. Kerstin Rusch (links) gratuliert Petra Eigen zu ihrem Jubiläum

Einen Grund zum Feiern hatte Petra Eigen am 1. November 2010. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin an der Schule des Uniklinikums in Frankfurt fing sie genau vor 30 Jahren am Institut für Mikroökologie zu arbeiten an. „Wir waren damals gerade 20 Kollegen – zusammen mit der heutigen SymbioPharm GmbH“, erinnert sich Petra Eigen. Für die Mitarbeiter hat sich über die Jahre viel bewegt. So zog die Jubilarin mit dem Institut für Mikroökologie vom Hintersand zum Kornmarkt und von dort zum heutigen Standort Hörbach um.

Die ersten 10 Jahre arbeitete sie im Labor. Ihre Aufgaben umfassten dort unter anderem die Anzucht und Bestimmung unterschiedlicher Bakterien. Nachdem Petra Eigen im Labor einige Erfahrungen gesammelt hatte, wechselte sie zur „Befundvorbereitung“. Hier ist sie bis heute mit ihren Kolleginnen für das Vorbereiten der Befunde zur ärztlichen Prüfung oder die Freigabe von Vaccinen verantwortlich.

Seit etwa 20 Jahren arbeitet sie nun in diesem Team. Zusammen mit ihren Kolleginnen macht ihr die Arbeit auch heute noch Spaß. An so manche lustige Begebenheit erinnert sich Petra Eigen gerne zurück. So mussten an einem stürmischen Arbeitstag diverse Papiere bei der Herborner Polizei abgeholt werden. Sie waren zuvor durch die entstandene Zugluft aus dem Fenster geweht und bis zur Polizei geflogen. Weniger stürmisch, aber auch in Erinnerung geblieben, ist ein besonders kreativer Stuhlprobenbehälter. Eine Patientin hatte ihre Stuhlprobe in einem Sektkorken eingeschickt. Da war schon etwas Fingerspitzengefühl gefragt, diesen „Behälter“ zu öffnen und zu leeren.

Rückblickend ist Petra Eigen besonders für die Familienfreundlichkeit ihres Arbeitgebers dankbar. Als ihre beiden inzwischen erwachsenen Kinder noch klein waren, gab ihr die Geschäftsleitung die Gelegenheit, die Arbeitszeit ihren persönlichen Möglichkeiten anzupassen.

Abwechslungsreiche Arbeit

Ilona Eckmeier (Mitte links) auf einem der Betriebsausflüge

Eine Schwangerschaftsvertretung bedeutete für Ilona Eckmeier vor über 30 Jahren den Eintritt in das Mikrobiologische Laboratorium. Damit war sie eine von damals zwölf Angestellten am Institut. Die gelernte Steuerfachgehilfin arbeitete zuerst in der Buchhaltung und wechselte nach etwa fünf Jahren in die Infozentrale. Nach der Geburt ihres jüngeren Sohnes begann sie dann in der EDV-Abteilung bei Peter Heinemann. Ihr Jüngster ist heute 20, ihr älterer Sohn 31 alt.

Die EDV hatte Ilona Eckmeier schon immer interessiert, sie hat die Entwicklung der heutigen Computer von Anfang an mitgemacht. Ihr sind die anfänglichen Lochstreifen ebenso ein Begriff wie die Kassetten und überdimensionierten Laufwerke. „Damals haben wir die Laufwerke noch jeden Abend in das Schließfach der Volksbank geschleppt“, erinnert sie sich amüsiert. Sie erlebte mit, wie die Laufwerke immer kleiner wurden und sich zu den Rechnern entwickelten, die wir heute kennen. Durch ihre Begeisterung für Neues hielt sie mit der rasanten Entwicklung der Computer Schritt und betreut heute die Website des Arbeitskreises für Mikrobiologische Therapie (AMT).

Nach dem Umzug des Instituts nach Hörbach änderte sich ihr Aufgabengebiet erneut. Sie begann mit dem Entwerfen von Folien und dem Erstellen von Handouts für die internen und externen Referenten. Außerdem ist sie für den Einkauf des Büromaterials verantwortlich. Dabei nutzt sie die flexiblen Arbeitszeitmodelle des Instituts für Mikroökologie: vormittags arbeitet sie im Büro und nachmittags ergänzt sie ihre Stunden von zu Hause aus. So kann sie der Arbeit und den privaten Anforderungen gerecht werden.

Gerne denkt Ilona Eckmeier an manchen Betriebsausflug zurück. Eine Fahrt mit dem Planwagen ist ihr dabei besonders in Erinnerung geblieben. Die Gruppe in ihrem Planwagen hatte offensichtlich so viel Spaß, dass die anderen Planwagenfahrer schon neugierig wurden. Auch den Ausflug nach Greifenstein wird sie so schnell nicht vergessen. Auf dem Nachhauseweg begann es wie aus Eimern zu regnen und die Wanderer rutschten im Schlamm nach Herborn zurück. Manche mussten sich erst im Institut am Hintersand säubern und umziehen, bevor sie zum Spanferkelessen an der Raststätte aufbrechen konnten.

Eines zieht sich für Ilona Eckmeier durch die mehr als 30 Jahre bei Institut und SymbioPharm: die Arbeit war immer abwechslungsreich und hat ihr deshalb Spaß gemacht.

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