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Sexuell übertragbare Krankheiten

Mann und Frau lachen miteinander

Sexuell übertragbare Krankheiten stellen ein weltweites Gesundheitsproblem dar. In Europa sind Erkrankungen wie Gonorrhoe oder Infektionen mit Chlamydien auf dem Vormarsch. Besonders Großstädte sind von dieser Entwicklung betroffen. Sexuell übertragbare Krankheiten können zu chronischen Gesundheitsschäden bei den Betroffenen führen und hohe Folgekosten für die Gesellschaft verursachen.

Für den Nachweis einer Chlamydien- oder Gonokokkeninfektion ist die Anzucht des Erregers heute nicht mehr erforderlich. Die Vervielfältigung der Erreger-DNA ist ausreichend.

Hinweise zur Probennahme

Chlamydieninfektionen

Computergrafik mit blauem Hintergrund eines Intimbereiches der Frau mit der Schmerz-Zone markiert

Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis gehören zu den am häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Etwa 75 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer bemerken die Infektion jedoch nicht. Dabei können die Folgeschäden gravierend sein: eine Infektion mit Chlamydia trachomatis gilt bei Frauen als Ursache Nummer eins für Sterilität.

Chlamydia trachomatis ist ein unbewegliches, GRAM-negatives Bakterium, das obligat intrazellulär lebt. Seine Zellwand enthält kein Peptidoglykan. Chlamydien können kein ATP synthetisieren und sind deshalb auf die intrazelluläre Vermehrung in Wirtszellen und deren ATP-Synthese angewiesen. So entgehen die Chlamydien den menschlichen Abwehrmechanismen wie Phagozytose oder humorale Abwehr.

Wegen ihrer Häufigkeit und der möglichen Folgeschäden zählen Infektionen mit Chlamydia trachomatis zu den wichtigsten Entzündungsursachen im Genitalbereich. Akute Chlamydien-Infektionen können sich äußern als

  • genitale Erkrankungen (Urethritis, Cervicitis)
  • Konjuktivitis
  • Pneumonie (bei Neugeborenen).

Chronische Infektionen mit Chlamydia trachomatis können verantwortlich sein für

  • Entzündungen des Beckens
  • Infertilität
  • ektopische Schwangerschaft
  • Epididymitis
  • reaktive Arthritis.

Gonorrhoe

Gonokokken lösen die auch als Tripper bekannte Erkrankung Gonorrhoe aus. Die taxonomisch korrekte Bezeichnung für die kokkenförmigen Bakterien ist Neisseria gonorrhoeae. Die Krankheit kann sich sehr schnell ausbreiten: die Inkubationszeit ist kurz und einige Krankheitsträger zeigen keine Symptome. Die Gonokokken können auch durch Oral- oder Analverkehr übertragen werden.

Folgende Symptome können ein Hinweis auf eine Gonokokken-Infektion sein:

Mann

  • Urethritis mit Juckreiz und eitrigem Ausfluss ("Bonjourtropfen")
  • Dysurie
  • Prostatitis
  • Epidydimitis

Unfruchtbarkeit kann die Folge sein.

Frau

  • Adnexitis
  • Salpingitis
  • Cervicitis mit eitrigem Ausfluss

 

Bei der Frau ist eine Sterilität durch Verkleben der Eileiter möglich. Die Gonokokken-Infektion kann sich im schlimmsten Fall auf das Bauchfell ausbreiten.

Viele Gonokkoken-Stämme tragen bereits Resistenzen gegen Penicillin. Daher muss heute auf andere Antibiotika zurückgegriffen werden. Die Gonorrhoe wird häufig von einer allgemeinen Chlamydieninfektion begleitet.

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